thumb auto hundebox transport kofferraum fot58061270Nicht wenige Menschen und Hunde überkommt bei Fahrten im Auto die Reisekrankheit - die Fahrt schlägt Ihnen auf den Magen, ihnen wird schwindlig und übel. Hunde können die Gründe für Ihre Nervosität und Übelkeit nicht deutlich machen, was die Beschwerden noch steigert und bis hin zum Erbrechen führen kann. Was tun?

Angeblich leidet jeder sechste Hund unter der Reisekrankheit. Es handelt es sich um eine Bewegungsübelkeit, die durch Beschleunigungskräfte verursacht wird. Das Unwohlsein kann sich durch Stress und Angst verstärken. Der Hund wurde eben eher für das Laufen und nicht für das Auto fahren "gebaut".

 

Der Gewöhnungseffekt - Hunde desensibilisieren

Nicht selten spielt im Ergebnis eine erlernte Abneigung gegenüber dem Auto und eine besondere Empfindlichkeit des Gleichgewichtsinns zusammen. Gerade bei Hunde-Sensibelchen kann eine ursprüngliche Angst vor den seltsamen Geräuschen und Bewegungen des Gefährts der Auslöser für Aufregung sein, die sich bis zur Panik steigern kann. Manchmal taucht das Verhalten auch erst nach ungemütlichen Erfahrungen mit plötzlichen Bremsungen und quietschenden Reifen auf.

Manche Hundebesitzer schwören deshalb auf eine, zugegegeben manchmal zeitaufwändige, Desensibilisierungsstrategie. Zu Beginn muss der das Autofahren ablehnende Hund nur im abgestellten Auto Platz nehmen und der Hundebesitzer liest ein paar Zeilen in der Zeitung, bis der Hund entspannt auf der Rückbank liegt. Dann bekommt Waldi sein Leckerchen und darf wieder aussteigen. Die Steigerungsform nach diversen Wiederholungen über längere Zeiträume sind dann kurze Fahrten, z.B. zum nächsten Bäcker oder zum nahegelgenen Gassi-Revier, immer mit viel Lob und eventuell einer kleinen Belohnung am Ende der Fahrt (und wenn die Fahrt danach nicht direkt fortgesetzt wird).

 

Hunde-Übelkeit im Auto auf Reisen minimieren

auto hundebox transport kofferraum fot58061270Generell gilt: Speziell vor längeren Fahrten sollten Hunde einen leeren Magen haben. Bei einer größeren Urlaubsreise sollte man versuchen, seinen Hund zwölf Stunden vor der Fahrt mit dem Auto nicht mehr zu füttern.

Eine Reihe von Hundetrainern raten dazu, die direkte Sicht des Hundes aus dem Auto nach draußen durch eine entsprechend positionierte Hundebox zu verhindern. Dies könnte einen Großteil der Übelkeit verhindern, die entstehen kann, wenn sich die Aussenwelt bewegt, aber der Körper selbst nicht. Auch aus Sicherheitsaspekten ist eine Hunde-Transportbox für Kurzstrecke und Urlaub gleichermaßen eine gute Sache, doch auch sie sollte zuvor zuhause als positiv besetzter Ort eingeführt werden, zum Beispiel als Schlafplatz.

 

Chemie oder Hausmittel gegen die Hunde-Reisekrankheit?

Ängste kann man über Desensibilisierung abbauen, alle physischen Reaktionen aufgrund der wackeligen Fortbewegung im Auto nur selten. Der Bundesverband für Tiergesundheit rät dazu, bei sensiblen Hunden sich und seinem vierbeinigen Begleiter während der Autofahrt häufiger Pausen zu gönnen und bei heftigeren Beschwerden mit einem Tierarzt zu sprechen, der spezielle Medikamente für die Hundereiseapotheke verschreiben kann.

Die meisten chemischen Mittel setzen bei einer der beiden Hauptursachen für die Reisekrankheit an - Übelkeit im Magen und Angst vor der Autofahrt, was sich gegenseitig gerne auch hochschaukelt. Wer Beruhigungsmittel oder chemische Präparate gegen Magen-Übelkeit nur im Notfall einsetzen will, kann stattdessen mit dem oben beschriebenen Verhaltenstraining starten und / oder eine Reihe von Hausmitteln ausprobieren.

 

Hausmittel gegen Hunde-Übelkeit

Auch bei menschlichen Reisekrankheiten wird als sanftes Hausmittel Ingwer genannt, das angeblich auch den Magen von Hunden gegen die Reisekrankheit desensibilisieren können soll. Wer will, kann (vorsichtig, wegen der Schärfe) mit entsprechendem Pulver im Futter oder mit Fertigprodukten aus dem Tierfachhandel sein Glück probieren.

Bachblüten Rescue-Tropfen: Ein ebenfalls häufig genanntes Mittel sind Bachblüten Rescue-Tropfen, gerade vor langen Urlaubsfahrten bereits ab einigen Tagen vor Reisebeginn drei Mal täglich. Die Empfehlungen zur Anzahl der Tropfen variieren allerdings, unter anderem wegen der unterschiedlichen Größe und Gewicht der Hunde. Man sollte auf jeden Fall mit wenigen Tropfen starten und die Reaktion abwarten. 

 

Medikamente vom Tierarzt

Generell gilt, keine wilde Mischung aus Hausmitteln und chemischen Präparaten zu mixen. Wenn die sanften Hilfen nicht ausreichen, sollten Sie bei extremer Reisekrankheit einen Tierarzt kontaktieren und die Beschwerden genau beobachten und auch das sonstige Verhalten (Ängstlichkeit, Sensibilität u.ä,.) Ihres Hundes genau benennen können, damit der Arzt die Beschwerden besser einschätzen kann. Stärkere Beruhigungsmittel müssen beim Hund sehr genau dosiert werden und sind auch bei der Ankunft am Ziel nicht auf Knopfdruck verschwunden.

Achten Sie deshalb darauf, dem Herz-Kreislaufsystem Ihres Hundes aureichend Zeit zur Erholung zu geben und bedenken Sie, dass das Reaktionsvermögen Ihres Haustieres (Verkehrsteilnehmer, unebenes Gelände bei Spaziergängen etc.) vorübergehend eingeschränkt sein kann. Solche Medikamente können Hunde zusätzlich verunsichern und sollten dem Mindern von Leid bei wirklich schweren Fällen von Reisekrankheit vorbehalten sein.

Siehe auch:


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