Anzeige

Hundeimpfungen - Die Hunde-Impfung als Grund-Immunisierung ist keine Glaubensfrage, sondern allgemein anerkannt. Anders sieht es bei der Auffrischung des Hunde-Impfschutzes aus. Welche Impfung für einen Hund ist wirklich sinnvoll?

Zuerst muss die Basis für Ihren Hund  stimmen. Eine Grund-Immunisierung  wird in der Regel ab dem Alter von ca. acht Lebenswochen vorgenommen. In Deutschland erfolgt diese Hunde-Impfung ein Hund dabei in der Regel gegen folgende Krankheiten:

Staupe, Hepatitis (Leberentzündung), Leptospirose (die so genannte "Stuttgarter Hundeseuche") und Parvovirose. Nach einigen Wochen bzw. Monaten werden diese Impfungen aufgefrischt, zum anderen erfolgt auch die wiederholte Impfung gegen eine weitere gefährliche Krankheit: Die Tollwut.  

 

Streitfall: Wiederholung der Hundeimpfung - Zeitintervalle 

Bis vor wenigen Jahren war eine jährliche Auffrischung für die meisten der oben genannten Impfungen bis ins hohe Hundealter von Tierärzten empfohlen, meist über  Kombi-Präparate mit einer einzigen Spritze. Kritiker weisen schon seit einiger Zeit auf einschlägige Untersuchungen hin, die kaum Sinn und darüber hinaus sogar Gefahren durch Nebenwirkungen sehen, wenn Hunde jährlich gegen eine breite Palette von Krankheiten geimpft werden. Zudem sei bei einigen Impfstoffen inzwischen ein viel längerer Impfschutz gesichert. Den Tierärzten wird von Kritikern bei der immer noch oft gängigen Impfpraxis zudem ein nicht unerhebliches finanzielles Interesse an kurzen Impfinterwallen bescheinigt.

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) hat in gewisser Weise auf diese Kritik reagiert. Im Verband hat sich inzwischen eine "Ständige Impfkommission" gegründet. Ihr gehören Wissenschaftler und Vertreter berufsständischer Organisationen an. Sie entwickeln und überprüfen Empfehlungen zur Durchführung von Schutzimpfungen und anderer Maßnahmen zur spezifischen Prophylaxe übertragbarer Krankheiten.

tieraerztin dackel fot118320132 500px

 

Aktualisierte Empfehlungen für die Auffrischung von Hunde-Impfungen (Stand: 2013)

der bpt empfiehlt in seinen überarbeiteten Impfempfehlungen in der 2. Auflage aus dem Jahr 2013 inzwischen nicht mehr automatisch einen jährlichen Rhythmus für viele Impfungen und verweist auf die in den Packungsbeilagen der Impfstoffe genannten Wiederholungsimpftermine. Neue Wirkstoffe weisen zum Teil bis zu drei Jahre Wirkung aus. Entsprechend wurde auch die behördliche Tollwutverordnung 2005 angepasst, die bisher eine jährliche Schutzimpfung vorsah.

Auch bei anderen Impfungen sind die Empfehlungen des bpt differenzierter als früher. Als hilfreich für die Strukturierung von Impfungen hat sich laut den Impfempfehlungen das Konzept bewährt, die zu impfenden Komponenten in sogenannte  Kern-Komponenten (englisch: "Core") und Non-Core-Komponenten zu unterteilen. Core-Komponenten sind dabei jene, gegen die laut den Empfehlungen der Impfkommission jedes Tier zu jeder Zeit geschützt sein muss. Dies ist notwendig, da diese Erreger entweder auch die Hundebesitzer gefährden (wie zum Beispiel die Tollwut), oder bei den Hunden selbst lebensgefährliche Krankheiten verursachen, wie die Staupe oder die Parvovirose.

Die Non-Core-Komponenten sind nach Ansicht der Impfkommission nicht grundsätzlich weniger wichtig, aber nicht für jeden Hund zu jeder Zeit gleichbedeutend. Ein Schutz gegen diese Erreger sei demnach also nur "für exponierte Tiere notwendig und nicht für alle Tiere gleichermaßen".

Core-Komponenten (Stand 2013): Hepatitis contagiosa canis (HCC), Leptospirose, Parvovirose, Staupe, Tollwut

HCC, Staupe, Parvovirose: Wiederholungsimpfungen ab dem 2. Lebensjahr in dreijährigem Rhythmus sind nach Meinung des bpt nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausreichend. Bei Leptospirose sind jährliche Wiederholungsimpfungen (in Endemiegebieten häufiger) zu empfehlen. 

Je nach Lebensumständen des Tieres und/oder aktueller Seuchenlage können individuelle Empfehlungen des Tierarztes auch für weitere Impfungen ausgesprochen werden, z.B.:
– Babesiose
– Borreliose
– Pilzinfektionen
– Zwingerhusten

 (Alle Angaben ohne Gewähr)

 

Impfung für Hunde-Pensionen, Hundevereine und für Reisen

Neben dem Gesundheitsschutz spielen Impfungen auch im alltäglichen Hundeleben eine Rolle. Lückenlos dokumentierte Unterlagen sind oft die Eintrittskarte zu Hundevereinen und Hunde-Pensionen, um eine Ansteckungsgefahr auszuschließen. Die Mitnahme seines Vierbeiners auf eine Auslandsreise kann sogar zusätzliche Impfungen erfordern.

Auch nach Einführung des EU-Heimtierpasses ist bei Reisen ins Ausland die Rechtslage und Anforderungen an Reisen mit Hund europaweit nicht einheitlich. Wer sicher gehen will: Im Zweifel informiert Sie ein Tierarzt bei einem Praxisbesuch über die notwendigen Impfungen für ein bestimmtes Reiseziel. Siehe auch: Sommer-Urlaub - Leishmaniose-Schutz für Hunde?

 

Bei allen Impfungen - was tun beim Tierarzt? Vor reisen als auch bei der Auffrischung von "Inlandsimpfungen" wird jeder Tierarzt unabhängig von Verbandsempfehlungen seine eigene Philosophie und seine Erfahrungen in der konkreten Region haben. Sie sollten zumindest kritisch nachfragen, auch wenn Sie ihm aus Erfahrung vertrauen. Sie sind der Tierarzt-Kunde und Ihr Hund sein Patient. Ein  souveräner Tierarzt wird kein Problem damit haben und Ihnen gerne freundlich Auskunft geben, wenn Sie ihn auf Themen aus den oben genannten Quellen ansprechen.

Siehe auch:

Anzeige

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste (Weitere Infos). Mit der Website-Nutzung erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.