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Die Empfehlungen, was die Häufigkeit bestimmter Hunde-Impfungen betrifft, spiegeln sich nicht unbedingt in der täglichen Praxis wieder. Noch immer werden gerne umfangreiche Kombi-Wirkstoffe in einer einzigen Spritze verabreicht. Jetzt soll man also auch noch vorab entwurmen? Zumindest "nachgucken" kann offensichtlich Sinn machen. 

Der Grundmechanismus bei einer Impfung ist ja bekanntermaßen, dass der Organismus von Hunden gezielt mit bestimmten Krankheitserregern, z. B. dem Tollwutvirus, in Berührung gebracht. Die Erreger sind dabei so abgeschwächt, dass sie keine Krankheit auslösen können, vom Immunsystem aber noch als gefährlich erkannt werden. Das Immunsystem kann so ungestört gegen diesen Erreger „aufrüsten“ und spezifische Abwehrzellen bilden. Kommt es dann später zu einer Infektion mit dem tatsächlichen Erreger, soll das Immunsystem so gut vorbereitet sein, dass es diesen abwehren und eine Erkrankung des Tieres verhindern kann.

Hund wird geimpft: © Fly-dragonfly; www.fotolia.comHund wird geimpft: © Fly-dragonfly; www.fotolia.com

 

Haben Hund bei einer Impfung Würmer, kann das Immunsystem dies jedoch nicht optimal leisten. Dies vermeldet die Expertenorganisation ESCCAP. Die Arbeitsgruppe der Fachgruppe Parasitologie und parasitäre Krankheiten der DVG (Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft) arbeitet eng mit der Bundestierärztekammer (BTK), dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) und der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin der DVG (DGK-DVG) zusammen. 

Laut ESCCAP ist die körpereigene Abwehr bei einem bestehenden Wurmbefall bereits stark beansprucht. So seien z. B. weiße Blutkörperchen, die eine zentrale Rolle für die Immunabwehr spielen, bei einem Spulwurmbefall oft sehr stark aktiviert und treten im Blutbild nachweislich vermehrt auf. Andererseits unterdrückten Würmer teilweise speziell jene Anteile des Immunsystems, die für die Immunreaktion gegenüber Bakterien und Viren wichtig seien.

„Der bestmögliche Erfolg einer Impfung von Hunden wird also durch bestehende Wurminfektionen gefährdet“, erklärt Prof. Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna, Direktor des Instituts für Parasitologie der tierärztlichen Fakultät der FU Berlin. Er empfiehlt daher, Hunde 2-3 Wochen vor einem Impftermin zu entwurmen. Alternativ kann auch wenige Tage vor der Impfung eine Kotuntersuchung vorgenommen werden. Liegt kein akuter Wurmbefall vor, kann bedenkenlos geimpft werden. Ergibt die Untersuchung jedoch einen Wurmbefall, sollte das Tier zunächst entwurmt und die Impfung um 2-3 Wochen verschoben werden.

Zumindest eine Kotuntersuchung ist also eine Überlegung, die gerade bei nicht ganz fitten Hunden mit dem Tierarzt besprochen werden sollte, bevor eine anstehende Impfung durchgeführt wird.

Wer generell Bedenken bei häufigem "Breitband"-Impfen und "Wurmkuren" hat, findet in folgenden Artikeln noch Mehr Infos zum Thema.

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