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Bild: www.zecken.de

Der Frühling ist da – und mit ihm die Zecken-Gefahr, die in Sträuchern und auf Gräsern lauert. Steigen die Temperaturen dauerhaft über sieben Grad, werden die spinnenartigen Tiere putzmunter und entwickeln Appetit auf frisches Blut.

Dass mit Zecken auch Erreger der Borreliose oder Babesiose übertragen werden können, ist eine sowohl für Menschen als auch für Tiere gefährliche Nebenerscheinung.

Zecken lauern im kniehohen Gras oder niedrigen Büschen auf ihre Opfer, die sie an deren Ausdünstungen erkennen. Bei unmittelbarem Kontakt mit dem Opfer lassen sie sich vom Halm oder Ast abstreifen und suchen eine warme Körperstelle mit möglichst dünner Haut. Dort stechen sie zu, saugen Blut und "spucken" unverdauliche Blutbestandteile von Zeit zu Zeit in die Wunde zurück. Und genau dabei können krank machende Erreger übertragen werden. Eine Blutmahlzeit kann durchaus mehrere Tage andauern.

 

Nach jedem Spaziergang auf die Suche gehen

Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V., rät allen Hundebesitzern, sofort nach einem Spaziergang im Grünen das Tier sorgfältig nach Zecken abzusuchen. "Entfernen sollte man die Schmarotzer mit einer speziellen Zeckenzange oder einem Zeckenhaken. Zur Not funktionieren auch Pinzette oder spitze Fingernägel." In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass man die Zecke nicht zerquetscht, denn dann würden eventuell vorhandene Erreger unmittelbar in die Stichwunde gebracht werden. "Öl oder Nagellack sind tabu", warnt McCreight. Die Zecke würde im Todeskampf ihren Mageninhalt in die Wunde entleeren und so eine Infektion beschleunigen.

Auf die traditionell strittige Frage "Ziehen oder Drehen?" hat Dr. Rolf Wilcken, Leiter der Abteilung Kleintiere der Tierklinik Hochmoor, laut TASSO eine ganz einfache Antwort: "Wie man die Zecke aus der Haut befördert, ist völlig egal. Manchmal geht es mit Ziehen, manchmal mit Drehen leichter. Man sollte aber immer am Kopf und damit so nah wie möglich an der Einstichstelle ansetzen." Das Wichtigste sei eine möglichst schnelle Entfernung des Parasiten, ergänzt der Tierarzt. Denn dann wäre eine Infektion sehr unwahrscheinlich.

 

Impfung ist möglich - auch nötig?

Zecken können unter Umständen auch Hunde mit Borreliose infizieren. Bei der Hunde-Borreliose handelt es sich um eine Erkrankung durch den Bakterienstamm Borrelia burgdorferi sensu stricto. Symptome wie Appetit- und Lustlosigkeit oder Fieber sind mögliche erste Anzeichen. Im späteren Verlauf der Borrelioseerkrankung können auch Gelenkentzündungen und Lahmheit dazu kommen.

Tierhalter können Ihren Tierarzt um Rat über Abwehrstoffe gegen Zecken fragen. In den letzten Jahren wurden neue Wirkstoffe entwickelt zum Auftragen, für Sprays und Halsbänder. Die Bundestierärztekammer warnt jedoch vor dem Motto „viel Hilft viel“ oder „das geht beim Hund, da kann ich es auch bei der Katze einsetzen“. Nicht jedes Mittel helfe gegen jede Zecke, und manche Hundemittel seien beispielsweise tödlich für Katzen.

Wenn die Zeckenbissstelle auffällig erscheint, also z.B. eine Rötung oder Schwellung erkennen lässt, empfiehlt die Bundestierärztekammer ebenfalls, den Hund von einem Tierarzt untersuchen zu lassen.

Dort können Sie auch erfahren, ob Sie in einem der FSME oder Babesiose-Risikogebieten in Deutschland leben, und deshalb besondere Maßnahmen ergreifen sollten, oder ob für Ihren Hund eine Borrellien-Impfung zu empfehlen ist bzw. welche Nebenwirkungen eine solche Impfung haben kann.

Siehe auch: Zecken-Warnung per App für Hund und Mensch

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