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Man kennt es vom Menschen, die Haut "schlägt Alarm", ein ständiger Juckreiz oder Haut-Rötungen sind Anzeichen für eine ganze Anzahl von möglichen Ursachen. So auch beim Tier - wenn Hunde sich ständig kratzen oder lecken, dann gibt es meist eine behandelbare Ursache. Die Spurensuche für Hundebesitzer ist dabei manchmal leider nicht ganz leicht.

Denn die Haut ist ein äußerst sensibles Organ. Sie reagiert empfindlich auf äußere Angriffe aller Art, ist aber auch Alarmmelder für Krankheiten, die sich im Inneren des Körpers abspielen. Allerdings ist die Diagnose von Hauterkrankungen oft schwierig, weil sich die Symptome verschiedenster Krankheiten sehr stark ähneln können.

Wer keine Zeit verlieren will, lässt direkt den Tierarzt des Vertrauens der Sache auf den Grund gehen. Wenn das häufige Jucken und Kratzen chronisch wird, dauert auch die Behandlung in der Regel länger.

 

Check: Jeder Hund kratzt sich doch. Normal, oder?

Angst, ein "Helikopter"-Hundebesitzer zu sein, wenn man mit dem "Problem" direkt zum Tierarzt geht? Ist ein paar Mal Kratzen am Tag nicht normal, wann wird das auffällig?

  • Hunde, sich unbeobachtet Kratzen, lassen sich vom Besitzer in der Regel davon ablenken und hören zumindest für eine kleine Weile damit auf.Ist das Jucken so stark, dass auch beim Ruf des Besitzers trotz Kopfdrehen das Kratzen weiter geht, ist der Juckreiz schon relativ intensiv. Bleibt das über mehrere Tage so, sollte man hellhörig werden und der Sache auf den Grund gehen.
  • Entwickeln sich durch Knabbern am Fell, Lecken oder Kratzen haarlose, gerötete oder gar blutig aufgekratzte Stellen? Da sollte zur Diagnose und Abhilfe besser ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

 

Die häufigsten Ursachen für Kratzen oder Lecken bei Hunden

Am häufigsten lösen laut dem Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (Bft): Hautveränderungen aus. Die Top 3 Liste ist demnach:

  1. Allen voran die Flohspeichelallergie - Flöhe im Fell?.
  2. Allergien gegen bestimmte Umweltstoffe wie Blütenstaub oder Pollen.
  3. An dritter Stelle steht demnach die Futtermittelallergie.

 

Weitere denkbare Ursachen für Jucken und Lecken

Fallen Ihnen Anzeichen auf, dass eine der weiteren Ursachen mit dem Kratzen oder Lecken zu tun haben könnten? Wo kratzt sich der Hund? Immer an der gleichen Stelle (z.B. am Ohr) oder überall am Körper? Damit erleichtern Sie eigene Versuche für Verbesserungen im häuslichen Umfeld oder als wichtige Info für den Tierarzt. Mögliche Themenfelder für Auffälligkeiten und Vermutungen sind unter anderem:

  • Hauterkrankungen
  • Allergien gegen Umweltallergene wie z.B. Hausstaubmilben
  • Insektenstich
  • Ohrenentzündung (z.B. auch durch Milben)
  • entzündete Analbeuteldrüsen
  • Pilzinfektion

Parasiten wie Flöhe, Zecken oder Milben sind mehr als nur lästige Quälgeister. Ihre Bisse und Stiche verursachen beispielsweise starken Juckreiz, dem der Hund nur ständiges Lecken oder Kratzen entgegensetzen kann. Die Folge sind nach einiger Zeit entstehende kahle Stellen im Hundefell oder gar offene Hautstellen, die sich leicht infizieren können.

Milben lösen auch häufig Ohrenentzündungen aus. Entzündete Ohren sind dann im zweiten Schritt eine dankbare Grundlage für Bakterien oder Pilze, die innenliegende Ohrpartien schädigen können.

Hautpilzerkrankungen können sich auch auf der gesamten Hundehaut festsetzen. Einige davon können auch auf den Menschen übertragen werden.

Doch nicht automatisch sind bei Veränderungen der Haut Parasiten im Spiel. Vermehrte Schuppenbildung und die Neigung zu Hautinfektionen können auch ein typisches Symptom für eine Unterfunktion der Schilddrüse sein.

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Geduld und Aufmerksamkeit bei Suche nach Floh-Parasiten + Hunde-Allergien

Weil Hautveränderungen so vielschichtige Ursachen bei vergleichbarer Symptomatik haben, müssen Hundehalter bei der Diagnose, aber auch bei der Behandlung Geduld an den Tag legen.

Zumindest einige der Allergie-Ursachen können mit regelmäßiger Kontrolle meist auch vom Laien entdeckt werden. Spätestens, wenn kahle Stellen und offene Hautstellen durch häufiges Jucken an einer bestimmten Stelle sichtbar werden, sollte man Fell und Liegeplätze des Hundes intensiv auf Parasiten untersuchen. Auch ein regelmäßiger Check der Ohren bezüglich Milben und sichtbare Rötungen der Ohrmuschel gehören dazu.

 

Floh-Check?

Kämmen Sie Ihren Hund mit einem Flohkamm aus dem Fachhandel sehr nahe an der Haut und streifen Sie die damit ausgebürsteten Hautschuppen auf ein feuchtes Küchentuch. Färbt sich das Tuch an diesen Stellen rötlich, ist dies ein Indiz für Flohbefall, da Flöhe kleine Mengen Blut ausscheiden, dass sich gerne im Haut-Talg bzw. Hautschuppen ablagert.

Gegen erwachsene Flöhe im Hundefell kann man mit geeigneten Anti-Flohmitteln, sogenannten Adultiziden vorgehen. Da die bevorzugten Liegestätten des Hundes mit Floheiern bzw. Larven belastet sein können, werden von Tierärzten teilweise noch ergänzende Maßnahmen mit Entwicklungshemmern / Wachstumsregulatoren empfohlen. Die wiederkehrende gründliche Reinigung der Wohnung (ggf. auch Fahrzeug) durch Saugen und das Waschen der Hundedecken (60°C) ist auf jeden Fall nötig. Siehe auch: Hundeflöhe erkennen und bekämpfen.

Führt die Inspektion des Hundes und auch eine Reinigung der Liegeplätze, Decken etc. nicht zu einer Verbesserung, kann man zunächst noch weitere mögliche Quellen ausschließen. 

 

Spurensuche bei anderen Ursachen für Jucken und Kratzen

Hinweise auf eine Erkrankung der Haut, können z.B. gerötete Hautstellen, Schuppenbildung, Haarausfall, Ekzeme oder Pickel sein. Sind solche Symptome vorhanden, ist das weitere Vorgehen ein Job für den Tierarzt. Mit diesen Symptomen weiß er zumindest grob, wo er ansetzen kann, um der Ursache auf den Grund zu kommen.

Manchmal treten aber klar abgrenzbare jahreszeitliche und witterungsbedingte Beschwerden durch Allergien auf. Ähnlich wie beim menschlichen Heuschnupfen sollte darauf geachtet werden, ob das Jucken und Kratzen speziell im Frühjahr / Sommer nach Spaziergängen verstärkt auftritt.

hund ernaehrung futter

Allergien können aber natürlich auch im Haushalt regelmäßig durch ein wiederkehrendes Muster zu beobachten sein. Das kann vom Spiel mit einem bestimmten Hunde-Spielzeug bis zur Fütterung eines bestimmten Hundefutters reichen. (Hundespielzeug-Test - viele Schadstoffe)

Im Haustier-Fachhandel wird inzwischen auch sogenannte Hundenahrung für sensible Hunde angeboten, das mit einer reduzierten Liste an Zusatzstoffen und meist ohne zusätzliche Geruchs- und Farbstoffe auskommt. Wer solches Futter testen möchte, sollte einen schrittweisen, sanften Übergang auf das neue Futter ermöglichen, damit sich die Verdauung des Hundes daran gewöhnen kann.

Neben diversen physischen Gründen spielt gerade bei ängstlichen und sensiblen Hunden auch die Psyche nicht selten eine Rolle. Gibt es auffällige Verhaltensmuster? Nagt oder juckt sich der Hund in Verbindung mit einer akuten Umstellung der Lebensumstände? Häufige Abwesenheit des Besitzers, ein neues Familienmitglied (menschlich oder tierisch), regelmäßige Stress-Situationen?

Wenn Sie als Laie nicht weiterkommen, sollten Sie das Hinzuziehen eines Tierarztes in Betracht ziehen. Gerade bakterielle Infekte können manchmal zu langwierigen Folgeinfektionen führen und seltenere bzw. ernsthaftere Ursachen kann in der Regel nur der Fachmann diagnostizieren bzw. ausschließen.

Ihre bisherigen Beobachtungen und Untersuchungen zu möglichen Ursachen sollten Sie vor einem Tierarzt-Besuch gut für sich dokumentieren und mitnehmen. Auch für den Fachmann ist die Spurensuche nicht immer einfach. Sie sparen sich und Ihrem Hund Zeit und unnötige Untersuchungen, wenn man mit Hilfe Ihrer Beobachtungen der eigentlichen Ursache schneller auf die Schliche kommen kann.

Siehe auch: Hundeflöhe erkennen und bekämpfen

Hundespielzeug-Test - viele Schadstoffe

Hundefutter-Tests

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