Erzogener Hund sitzt

Tipps - auch wenn der Aufwand zum Teil abhängig von Rasse, Alter und Vorprägung des Hundes ist: Für die Erziehung braucht man Geduld und Zeit, Freundlichkeit und ein grundlegendes Verständnis für das Lernverhalten des Hundes.

  • Entspannter und freundlicher Umgang mit dem Hund
  • Konsequenz und Autorität - ohne Schärfe und vor allem ohne Gewalt
  • Lob bzw. Korrektur direkt nach der Übung - nur dann kann der Hund Ihre Rückmeldung eindeutig zuordnen
  • Viel Geduld und schrittweises Lernen - überfordern Sie nicht Ihren Hund und sich selbst
  • Kurze und einfache Hörzeichen, eventuell kombiniert mit eindeutigen Sichtzeichen
  • Klare Hierarchie: Ihr Hund soll Sie als Rudelführer anerkennen und seinen Platz im Rudel klar einordnen können 

Es gibt immer eine Rangordnung - so oder so

Unabhängig von Ihrer persönlichen Einschätzung zu Methoden der Kindererziehung: Das natürliche Verhalten des Hundes beinhaltet eine feste hierarchische Rangordnung. Sie sollten für eine harmonische und positive Beziehung Ihren Hund als rangunterstes Mitglied in dem „Familienrudel“ einfügen. Sie und auch andere vorhandene Familienmitglieder sollten diese Rangordnung durch klare Regeln und entsprechende Konsequenz immer wieder in Erinnerung rufen.

 

Diese Hunde-Triebe lieben Menschen

Die spezifischen Eigenarten und Charakteristika eines bestimmten Hundes mögen sich von dem seiner Artgenossen unterscheiden. Aber einige grundlegenden Veranlagungen, Triebe und Talente machen Hunde in Ihrer Gesamtheit aus.

  • Der Meutetrieb - die Bereitschaft und das prinzipielle Bestreben, sich einer Gruppe anzuschließen und auch zu dieser Gruppe immer wieder zurückzukehren
  • Die Veranlagung, sich in einem Kollektiv bzw. Familienrudel in einer festen Hierarchie einzugliedern und bestimmte Aufgaben zu übernehmen
  • Eine gute Auffassungsgabe und Lernbereitschaft
  • Soziale Kompetenz, die Hunde und Menschen im Idealfall emotional dauerhaft und positiv verbindet

Damit lässt sich arbeiten. Bei Familienhunden sind Aufgaben und Lernen am ehesten im spielerischen Bereich  einzubinden. Kleine Aufgaben und Trainigsaufgaben,die verbal und mit Streicheleinheiten belohnt werden. Einbinden in lockere Mensch-Hund Spiele mit größeren Kindern und den Erwachsenen der Familie.

 

Diese Hunde-Triebe sollten Besitzer über Hundeerziehung kontrollieren können

Es gerät leicht in Vergessenheit: Die noch ursprüngliche Basis des Zusammenlebens von Mensch und Hund hing stark mit dem Beutetrieb des Hundes zusammen. Die gegenseitigen Vorteile vor allem beim Aufspüren und Jagen von Wild waren der Meilenstein bei der Teamgründung Mensch + Hund.

Wer im ländlichen Bereich lebt bzw. seinen Hund noch als Arbeitshund einsetzt, kommt um eine Schulung sowieso nicht herum. Zum Beispiel beim Einsatz als als Jagd-, Hüte- und Schutzhund.

Für Familienhunde bedeutet das aber: Was, ich darf nicht mehr jagen und soll den Postboten nicht ankläffen, der jeden Morgen am Briefschlitz rappelt? 

Futterspiele mit dem Besitzer sind ein Klassiker, der Mensch und Hund Spaß machen kann: Wenn klar ist, meine Futtersuche findet zu angesagten Zeiten mit der Nase in der Wohnung statt, steigt die Wichtigkeit des Menschen als Futterlieferant. Im nächsten Schritt kann das Arbeiten für Futter nach draußen verlagert werden. Sogenannte "Futter-Dummies" sind verschließbare Beutel, die mit Futter und Leckerlies gefüllt werden können. Geworfen sind sie ein gutes bewegliches Ziel für den Jagdinstinkt des Vierbeiners. Der Jagderfolg klappt aber nur, wenn der Beutel zum Rudelchef zurückgebracht wird, um die Beute freizugeben.

 

Unausgelastete und aggressive Hunde

Beim Stichwort "Aggressionstrieb" stutzen Hundehalter manchmal. Dabei würde kaum einer bestreiten, dass sie selbst bei schlechter Behandlung oder aggressivem Verhalten durch andere Menschen auf Dauer friedlich und duldsam bleiben könnten. Hunde sind manchmal duldsamer, als man es eigentlich bei einem Tier erwarten könnte.

Problematisches Verhalten hat normalerweise auch immer etwas mit den vorhandenen oder fehlenden Vorerfahrungen und damit mit der Sozialisation eines Hundes zu tun. Er hat in vorangegangenen Situationen Verhaltensweisen gelernt und wendet diese im Alltag an.

Zudem: Ihre ursprünglichen Triebe, Fähigkeiten und Talente, die sie vor Tausenden von Jahren mit dem Menschen verbunden haben, besitzen die Hunde größtenteils immer noch. Allein die Aufgaben werden in Zeiten von Stadtwohnungen und anderweitig vollbeschäftigten Hundehaltern oftmals  knapp.

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Probleme in der Hundehaltung haben deshalb manchmal auch mit der Unterbeschäftigung des Hundes zu tun oder auch mit einem ausbaufähigen Verständnis über die Bedürfnisse von Hunden. Dazu gehören nicht zuletzt gemeinsame Aktivitäten von Hund und Mensch sowie der spielerische Einsatz und das Ausleben von Jagdtrieb und Beuteinstinkten.

Wenn gemeinsame Aktivitäten Muskeln und Intelligenz des Vierbeiners ansprechen und dabei sogar noch Herrchen / Frauchen Spaß machen, haben am Ende beide was davon. Das können neben viel Bewegung an der frischen Luft etwa Apportierspiele oder für ehrgeizigere Hund-Mensch Teams auch gemeinsame Sportarten wie Agility sein. Das bereichert den Alltag und hat den Vorteil, daß der treue Begleiter zuhause auch viel entspannter und zufriedener ist und so manche "Macke" sich über die gemeinsamen Aktivitäten abtrainieren kann.

 

Frühzeitig Hundeerziehung - Tipps holen spart langfristig Zeit

Wenn Sie sich bei der Hundeerziehung unsicher sind oder einen Ihrer Meinung nach  schwer erziehbaren bzw.  verhaltensgestörten Hunde haben, suchen Sie eine Lösung für die Ursachen. Holen Sie sich, wenn nötig, professionelle Hilfe von Verhaltensberatern und Hundeschulen. Einmal fest verankerte Verhaltensmuster brauchen länger, um korrigiert zu werdne. Meist hilft schon eine kleine Übersetzungshilfe zum besseren Verständnis zwischen Mensch und Hund sowie eine klare Linie.

Keine Gewalt in der Hundeerziehung bedeutet selbstverständlich auch, keine Halsbänder mit Stromimpulsen (Teletakt) zu verwenden! Sie sind aus gutem Grund verboten. Über sinnvolle Alternativen sollte man sich bei einer gewaltfrei ausbildenden Hundeschule (siehe Hundeschulen-Tipps und Verzeichnis) oder über geeignete Fachliteratur informieren.

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