Trockenfutter-Special - Nach schlappen sechs Jahren gibt es wieder einmal einen umfassenden Hunde-Trockenfutter Test. Wie sehen die Ergebnisse im Vergleich bezüglich Qualität und Preis von Trockenfutter im Handel aus? Was fällt auf, was fehlt?

Stiftung Warentest hat nach dem schon relativ lange zurückliegenden Trockenfutter-Test 2010 im Frühjahr 2016 erneut 23 Hunde-Trockenfutter Produkte untersucht, darunter auch fünf Futter ohne Getreide.

Was fiel beim Trockenfutter-Test auf?

Was bringt es - was fehlt im Test?

Hoher Fleischanteil - wichtig oder nicht?

Ist vegetarisch für Hunde OK?

 

Was soll gutes Hunde-Trockenfutter leisten?

  • Das Futter soll dem Vierbeiner als sogenanntes "Alleinfuttermittel" ausreichend und in angemessenem Verhältnis Kalorien und Nähr­stoffe liefern, die er für ein gesundes Leben ohne Mangelerscheinungen braucht.
  • Dazu gehören neben Kohlenhydraten und Ballaststoffen auch weitere Bestandteile in ausreichenden Mengen wie z.B. Kalzium für die Knochen, Aminosäuren für Herz und Muskeln, Linolsäure für ein gesundes und glänzendes Fell etc.

 

Was fiel beim Trockenfutter-Test 2016 auf?

Die gute Nachricht: Fast jedes zweite Trockenfutter im Test lieferte eine „gute“ oder sogar „sehr gute“ Nährstoffmischung für unsere Hunde.

Insgesamt überzeugten die Trockenfutter sogar mehr als eine ganze Reihe von Produkten im Nassfutter-Test aus dem Jahr 2015, wo der Hälfte der Testprodukte wichtige Nährstoffe fehlten.

Einige Produkte wurden allerdings auch in diesem Test nicht geeignet als Alleinfuttermittel eingestuft. Insgesamt reichten die Ergebnisse von „sehr gut“ bis „mangelhaft“. Zu den Verlierern des Tests gehörten auch mehrere (nicht alle!) der erstmals getesteten "getreidefreien" Trockenfutter.

Trockenfutter Hunde-Mosaik

 

Was muss ein ausgewogenes Hunde-Trockenfutter mindestens kosten?

Ausgewogenes Hundefutter ist nicht unbedingt eine Preisfrage: Neben Produkten von Marken­herstel­lern bescheinigten die Tester auch eihigen Trockenfutter-Produkten von Handels­ketten und Discountern eine gute Qualität.

Drei Produkte führten den Test mit den besten Gesamt­noten an. Das günstigste Angebot war dabei schon für 18 Cent pro Tages­ration im Laden zu bekommen.

 

Getreidefreies Futter - klingt besser als es ist

Nicht wenige Hundebesitzer befürchten trotz widersprechenden Untersuchungen, dass ihr Hund die Stärke im Getreide nicht gut verdauen kann und bevorzugen getreidefreies Trockenfutter. Immerhin fünf Test-Produkte waren von den Herstellern als getreidefrei ausgewiesen.

Positiv: Mehrere der untersuchten Anbieter schaffen es durchaus, mit getreidefreiem Futter Hunde ausgewogen mit Nährstoffen zu versorgen.

Problematisch: Zwei der Test-Produkte wurden allerdings im Bezug auf die Ausgewogenheit der nötigen Nährstoffe als mangelhaft bewertet. Mindestens genauso interessant: In den getreidefreien Produkte konnte Stärke und Gluten nachgewiesen werden. Getreidefrei bedeutet als nicht automatisch glutenfrei. Das haben sich viele Hundebesitzer sicher anders vorgestellt.

 

Welche Trockenfutter schnitten am besten ab?

Mit "Gut" wurden eine ganze Reihe von Produkten bewertet. Drei der getreidehaltigen Trockenfutter bekamen sogar im Test die beste Gesamt­note "sehr gut": Dazu gehörten ein getestetes Produkt vom Netto Marken-Discount, ein Trockenfutter von Kaufland und eines vom Markenhersteller Pedigree, der diese Bewertung inzwischen selbst aktiv bewirbt.

Laut dem Hersteller wurde das Hunde-Trockenfutter "Pedigree Vital Protection Adult mit Geflügel" mit Bestnote und der Beurteilung bewertet als "prima Alleinfutter, das den Hund ausgewogen mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt". Das Futter hätte sowohl im Bezug auf die ernährungs­physiologische Qualität als auch im Bezug auf die Stimmigkeit der Fütter­Empfehlungen gepunktet.

Insgesamt reichten die Test-Einschätzungen für Futter-Produkte von „sehr gut“ bis „mangelhaft“. Alle Ergebnisse sind in der Juni-Ausgabe 2016 der Zeitschrift test und als kostenpflichtiger Testabruf unter www.test.de/hundefutter-trocken veröffentlicht.

Infos zum Nassfutter-Test 2015

 

Was bringt´s dem Hund - was fehlt im Trockenfutter-Test?

Wer sowieso vor allem Standardfutter vom Discounter oder Eigenmarken von Haustierbedarfs-Händlern füttert, kann sich beruhigt fühlen bzw. gegebenenfalls den Anbieter wechseln.

Wer seinem Hund teurere Standard-Trockenfutter gibt, wird an einigen wenigen Stellen Überraschungen erleben und sich fragen, ob er mehr Geld sparen will und den Hersteller wechselt. Doch was fehlt?

  • Auch wenn nach Ansicht der Tester das Vorhandensein alle wichtigen Nährstoffe im Vordergrund steht: Wie auch schon in früheren Tests gibt die Testtabelle keine Hinweise auf Futter mit mehr oder weniger Anteil von Fleisch gegenüber Getreide (Ausnahme getreidelose Futter).
  • Es dominieren im Test neben einigen Markenprodukten wieder Discounter- und Handelsmarken. Hersteller im Premium-Segment mit (nach eigenen Aussagen) besonders hohen Qualitätstandards kommen nur unzureichend vor. Im Bio-Segment wird lediglich das getreidefreie Yarrah Adult Dog food Grain free getestet was aufgrund der Nährstoffmischung nicht gut bewertet wird.

Stiftung Warentest hat bereits in früheren Tests argumentiert, dass teure und langwierige Fütterungsversuche nicht nötig waren. Es wurde stattdessen im Labor analysiert, wie viel Energie das Futter liefert und wie viel Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe in einer Tagesration stecken.

Wir können deshalb nur empfehlen, das Thema Hundefutter mit einem Verweis zum menschlichen Ernährungsverhalten einzuordnen. Wer bei der eigenen Ernährung in erster Linie günstige Produkte sucht, der kann wohl auch bei Tiernahrung gut auf solche Tests vertrauen.

Wer neben dem Preisbewusstsein auch verstärkt Wert auf weiterführende Qualitätskriterien legt, bekommt über diesen Test leider kaum Empfehlungen für oder gegen selbsternannte Premium-Produkte. Lediglich die Hinweise auf einige mangelhafte und einige als gut bewertete getreidelose Futter im Test helfen weiter. Hier finden Sie deshalb noch weitere Hinweise, um das jenseits der Test-Ergebnisse passende Hunde-Trockenfutter auszuwählen.

 

Hoher Fleischanteil - wichtig oder nicht?

Eine ganze Reihe günstiger ebenso wie teurer Trockenfutter haben einen relativ geringen Fleischanteil. Dies war teils nur unzureichend in der Kennzeichnung der Verpackung nachzulesen. Die Diskussion hierzu spaltet Befürworter und Gegner seit langem. Abseits aller "Glaubensrichtungen" gilt aber: Besonders hohe Anteile an Muskelfleisch oder bestimmte hochwertige Fleischarten müssen nicht automatisch bedeuten, dass es sich insgesamt um ein ausgewogenes Futter handelt. Viele wichtige Nährstoffe finden sich vor allem in sogenannten tierischen Nebenerzeugnissen, dazu gehören tierische Organe und andere Nebenprodukte der Schlachtung wie Knochen und Knorpel.

 

Wann sind Schlachtabfälle minderwertig?

Die Verwendung von Fleisch und Organen kranker oder verstorbener Tiere würde als Verwertung von minderwertigen Schlachtabfällen gelten. Dies ist gesetzlich nicht erlaubt. Laut Verordnung dürfen Schlacht­neben­produkte nur von Tieren verwendet werden, die auch für Nahrungszubereitung für Menschen geeignet wären.

 

Können Hunde auch rein vegetarisch ernährt werden?

Vegetarisches Futter im Napf

Nach Ansicht vieler Fachleute ist das prinzipiell möglich. vegetarische Futter tierische Mit Futter-Bestandteilen aus Eiern und Milch­produkten sowie der Zugabe von Mineralstoffen und Vitaminen. In einem früheren Test wurden einzelne vegetarische Produkte wegen dem Fehlen wichtiger Nähr­stoffe allerdings als Alleinfuttermittel mit "mangelhaft" bewertet.

 

Ist Getreide und Gluten für die Verdauung von Hunden ein Problem?

Auch wer wissen will, wie viel Getreide im Futter empfohlen wird, bekommt aus dem Futter-Test keine Hinweise. Inzwischen gehen die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien davon aus, dass die Verdauung von Hunden durch Getreide nicht beeinträchtigt wird.

So kam eine schwedische Studie zu dem Schluss, dass Genver­änderungen im Rahmen der Domestikation von Hunden zur Fähigkeit geführt haben, Stärke verdauen zu können. Für eine leichtere Verdaulichkeit wird übrigens bei vielen Trockenfuttern die enthaltene Stärke im Herstellungsprozess durch Hitze aufgeschlossen, um sie verdaulicher zu machen (Ausnahme: Produkte mit der Bezeichnung "kaltgepresstes" Futter).

Einige Futterhersteller argumentieren trotzdem mit Schwierigkeiten beim Verdauen von pflanzlicher Stärke und bewerben entsprechend getreidefreies Futter. Zudem werden alten Hunden verschiedentlich Probleme bei der Verdauung von Getreide nachgesagt. Alte Hunde werden aber oft generell empfindlicher bei der Verdauung. Eine wissenschaftlich unabhängige und fundierte Studie, die einen Zusammenhang eindeutig belegt, ist uns nicht bekannt. Wichtig ist hingegen, dass sichergestellt ist, dass verwendetes Getreide für die Herstellung von Trockenfutter unbelastet ist von schädlichen Substanzen wie z.B. Schimmelpilzgiften.

Das Eiweiß Gluten, dass ein natürlicher Bestandteil in Weizen, Gerste oder Roggen ist, ist für einige Hunde unverträglich. Wie beim Menschen kann man ein Gluten-Unverträglichkeit im Labor austesten. Alternativ bieten sich für solche Hunde Trockenfutter mit glutenfreiem Getreide an, dass z.B. Hirse oder Reis.

 

Allergien und Unverträglichkeiten für Futter herausfinden

Die Diagnose von Allergien kann aufwändig aber bei chronischen Beschwerden hilfreich sein. Was kann  man tun?

  • Oft empfehlen Fachleute, bei auftretenden und von der Ursache her unklarem Juckreiz, Hautveränderungen oder ähnlichen Beschwerden testweise das Futter zu wechseln.
  • Bei länger anhaltenden Beschwerden ist es aber auf jeden Fall sinnvoll, über den Tierarzt mögliche Ursachen abzuklären.
  • Bleibt der Verdacht Allergie / Unverträglichkeit beim Futter, kann man über eine Ausschluss-Diät der Ursache näher kommen. Einzelne Futterbestandteile werden weggelassen und die Hunde auf mögliche Veränderungen getestet. Auslöser, die im Vergleich häufiger auftreten, sind u.a. Allergien gegen Milch­produkte, Rind, Fisch, Weizen oder Soja.

 

Haltbarkeit von geöffneten Trockenfutter-Packungen

Bei sehr großen "Spar"-Packungen kann man versuchen, die Haltbarkeit von Futter z.B. durch eine Aufteilung der Menge auf mehrere gut verschließbare Futterbehältnisse  hinauszuzögern. Häufiges Öffnen der Packung bringt viel Luft an das Futter, was die Haltbarkeit negativ beeinflussen kann. Eine einmal geöffnete Futterpackung sollte auch gut geschützt nicht länger vier bis sechs Wochen im Gebrauch sein.

Infos zum Nassfutter-Test 2015


Anzeige

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste (Weitere Infos). Mit der Website-Nutzung erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.