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Martin Rütter und diverse andere Fernseh-Seelsorger für Haustier-Probleme sorgen für gute TV-Quoten. Sogar der Verdrängungswettbewerb um die besten Sendeplätze für Tiersendungen ist zum Teil schon im Gange.

Auch Zootier-Sendungen sind, gerne auch öfter wiederholt, fester Bestandteil deutscher TV-Nachmittagsprogramme. Zeit also für den Großangriff auf die tierverliebten Deutschen mittels einem speziellen Tiersenders.

Kleine unabhängige Internet-Formate wie gassi-TV aus dem Kölner Umland waren bisher nur eine Insider-Veranstaltung. Die Hauptstadt geht lieber in die Vollen und das gleich über die TV-Kanäle. Tier TV bezeichnet sich selbst als Sender für Tierfreunde. Dazu gehören neben Sendeformaten mit Zootieren und Pferden natürlich vor allem die klassischen Haustiere.

Seit Sommer 2007 wimmelt es von putzigen Hunden und Katzen in einigen Kabelnetzen, über Satellit und live im Internet , dort allerdings nur mit Hilfe einer speziellen Player-Software. Tier TV kommt, natürlich, aus der kreativen Hauptstadt Berlin, wo neue Firmen anscheinend schneller die nötigen Investitionen zusammenkriegen als anderswo. 

Immerhin sendet der Kanal inzwischen achtzehn Stunden am Tag. Emotionale Tiergeschichten, Ratgeber-Fragen, Rasse-Porträts (die kann man beliebig oft wiederholen) und immer wieder stehen auch Menschen im Mittelpunkt. Zum Beispiel "Helden", nach Eigenaussage des Senders "Menschen, deren Lebensinhalt von Tieren bestimmt wird ... Menschen, die jeden Tag aufs Neue all ihre Kraft und Zeit den Tieren widmen". 

Und wichtig: Immer wieder Emotionen. Folgerichtig ist auch eine sogenannte "Tier-Novela" im Programm, die nach Meinung des Senders Tiere so zeigt, wie sie sind. "Alle wandeln souverän zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Genau wie wir Menschen! Da muss man einfach zuschauen."

Ein wenig Online-Community ist auch noch Bestandteil des Konzeptes, doch das ist wohl offensichtich noch ausbaufähig. Nicht zu vergessen, das Konzept beinhaltet auch Anleihen bei Shopping-Kanälen. Der Markt für Heimtierbedarf hat schließlich ein Volumen von 3,5 Milliarden Euro.

Zum Start bestand Tier TV aus vier Mitarbeitern. Inzwischen sind es über 50 Leute, die täglich das Spartenprogramm produzieren. Offensichtlich so erfolgreich, dass man sich auch langsam die ersten bekannten Gesichter leisten kann. Eine Sängerin der Popgruppe  „No Angels“ moderiert inzwischen das Boulevard-Magazin „Entertierment“, in dem andere bekannte Menschen über ihre liebsten Tiere erzählen.

Fünf Millionen Zuschauer pro Monat weisten die Medienreichweiten-Zähler von der GfK nach einem Jahr Sendebetrieb für Tier TV aus, die zur Zeit nach Eigenangaben rein technisch bis zu 15 Millionen erreichen können. Reicht der Markt für den Aufwand, um im Nebenbei-Fernsehen tagsüber und in den Vorabendstunden mit Serien und Boulevard-Magazinen auf anderen Kanälen erfolgreich konkurrieren zu können?

Das fragen sich auch die expandierenden lokalen Fernsehsender mit ihren Spezial-Formaten. Manchmal noch etwas amateurhaft produziert aber bisher noch mit wachsendem Erfolg.

Website: http://www.tier.tv/

(Autor: wok)


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