Hundefilm nach einer wahren Begebenheit - Nach dem Vierbeiner "Hachiko", der in Japan mit einem Denkmal verewigt wurde und seine beeindruckende Treue bzw. Ausdauer postum im Film mit Richard Gere nochmals zeigen konnte, erzählt "Red Dog" nun eine eine etwas bodenständigere Hundetreue-Geschichte aus Australien.

Hundefilme kommen ansonsten ja meist aus Hollywood, doch hier spielt das australische Outback und ein echter australischer Vierbeiner die Hauptrolle. Im Kino war die Komödie Publikumsliebling mit Platz Eins der Kino-Charts Down Under, in Europa ist das immer wieder neue Erfolgskonzept der "besonderen Hunde" seit 2012 über TV, DVD und Streaming-Dienste ein Klassiker geworden. Der Film war so erfolgreich, dass eine Fortsetzung 2018 auch in den deutschen Verleih kam ("Red Dog - Mein treuer Freund" - eine klassische Freundschaftsgeschichte zwischen einem Jungen und dem damaligen Junghund Red). 

Die dem Original-Film "Red Dog" zugrunde liegende wahre Begebenheit trug sich in 1970er Jahren im australischen Dampier zu. Der Mischlingshund Tally Ho lebte dort und reiste viel, er fuhr mit Auto- Bus- und Fernfahrern durchs Land und wurde in großen Teilen Australiens bekannt.

Das was Australier an diesem Hund wohl so lieben, ist die Mischung aus Treue und Ungebundenheit. Red Dog ist zu Beginn ein Rumtreiber, der sich irgendwann in dem kleinen Ort Dampier niederlässt. Er gehört niemandem, wird aber ein Kumpel für viele der rauen Minenarbeiter von Dampier. Auch als er schließlich sein "Herrchen" für sich ausgesucht hat, bleibt er seiner Stadt und seinen vielen menschlichen Bekanntschaften zunächst treu.

Im filmischen Rückblicken werden von Weggefährten Anekdoten und dramatische Ereignisse aus Red Dogs Leben erzählt. Der Hund entkommt Haien, stiftet Liebesbeziehungen an, wird selbst eifersüchtig und darf am Ende das jeden Hundefreund berührende (und natürlich etwas pathetisch inszenierte) Thema der Treue zu seinem Herrchen filmisch umsetzen.

Natürlich, da steht Australien dem "Hachiko" in Japan in nichts nach, wurde dem echten Red Dog nach seinem Tod von den Bewohnern Dampiers als Zeichen der Zuneigung eine drei Tonnen (!) schwere Bronzestatue errichtet. Der Name "Red Dog" wurde übrigens Tally Hos Spitzname und rührt von der roten Erde des Landstrichs, die das Fell des Streuners meist bedeckte.

Filmisch kann man leichte Familienunterhaltung erwarten, es gibt ausreichend Witz und kurze Einblicke in die Biografien von Red Dogs Zweibeiner-Freundschaften, Komik und Tragik liegen in der Erzählung manchmal nahe beieinander. Zart besaitete Zuschauer werden vielleicht das ein oder andere Tränchen verdrücken, andere bekommen eine typische und handwerklich sauber gemachte Hunde-Komödie. Die bodenständigen australische Minenarbeiter und der Produktionsort sorgen für einen angenehmen Gegenentwurf zu meist zuckersüßen amerikanischen Hundefilmen. So ganz nebenbei gewährt der Film einige schöne Einblicke in die karge Landschaft des australische Outback.

Der zweibeinige Hauptdarsteller Josh Lucas, als Busfahrer und Wunsch-Herrchen von Red Dog passt perfekt in das sympathische Country-Image mit Karohemd, rauem Charme und Dreitagesbart, wie schon in der ein oder anderen Hollywood-Komödie. Rachel Taylor darf den weiblichen Gegenpart geben, aber eigentlich gibt es neben der Landschaft natürlich nur einen echten Star im Film: Der fünfjährige Kelpie-Hund, mit richtigem Namen Koko, der statt mit zuckersüßen Kulleraugen den kernigen Red Dog mit ganz viel eigenem Hundekopf und Coolness verkörpert. Da können "Marley" und ähnlich verzogene Hollywood-Hunde nur schwer gegenhalten.

Film-Fazit: Empfehlung als Familienfilm. Kinder im Teenergaer-Alter haben genauso ihren Spaß wie Erwachsene, weil für alle Zielgruppen filmische Elemente für Unterhaltung bis zum Schluß sorgen. Allerdings geht es teils etwas rauer zu als in Hunde-Filmen aus Hollywood. Ein Grund mehr, den Film hevorzuheben. Hier ist der Vierbeiner mal ausnahmsweise nicht (nur) treuer Begleiter oder Retter. Der charakterstarke Red hat seinen eigenen Kopf und macht am Ende, was ihm gefällt. Wer mit jüngeren Kindern oder als "Wie alles begann"-Geschichte eine Alternative bzw. Fortsetzung sucht: "Red Dog - Mein treuer Freund" zeichnet ein fiktives Bild des jungen Hundes und die Erlebnisse eines heranwachsenden Jungen auf der Farm seines Großvaters. Eher das klassische Familien- und Kinderfilm. Etwas ruhiger erzählt, mit viel Liebe für die Entwicklung der Hauptfiguren, ihre Ängste und Sehnsüchte. Für eine Folgefilm erstaunlich gut gelungen. 

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