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Was passt besser zu diesem durchwachsenen Sommer als ein Kinobesuch? Wie wäre es mit einer netten Film-Komödie mit Hunden in der zweiten Hauptrolle? Nein, nicht der vierte Beethoven - Kumpel mit feuchter Schnauze Aufguss. Stattdessen eine ziemlich ungewöhnliche Idee.

Intelligente Hunde, die für ihr Futter arbeiten müssen und zu "Arbeitshunden" ausgebildet werden, das ist nicht neu. Aber diese Film-Hunde müssen dafür hinter Gitter. 

Häftlinge bilden die halbstarken Hunde zu ganzen Blindenhund-Kerlen aus und werden dafür mit unerwarteten Erlebnissen belohnt. Die Geschichte von „Underdogs“ hat Charme. Nicht zuletzt, weil sie auf einem erfolgreichen Gefängnis-Experiment in den USA beruht. Echte Häftlinge spielen in "Underdogs" allerdings lediglich als Komparsen mit.

Ein gefälliges Drehbuch und sehr gute Schauspieler sorgen in dieser deutschen Komödie für humorvolle Unterhaltung mit Tiefgang. Vor allem die Rolle des Hauptdarstellers Mosk wurde überzeugend mit Thomas Sarbacher besetzt. Wie sich aus anfänglicher Abneigung des harten Mosk gegen den nicht stubenreinen kleinen Labrador so langsam eine echte Zuneigung und "Männerfreundschaft" entwickelt, das ist klasse gespielt. Und natürlich trägt speziell der Drehort im Gefängnis stark zur Dramaturgie bei. Ein Ort, an dem man nicht so  gerne "schwache" Emotionen zeigt, wo herzliche Gefühle leicht als Schwäche ausgelegt werden.  

Underdogs-Filmemacher Jan Hinrik Drevs drehte schon vor einigen Jahren die Dokumentation "Dogsworld", für die er in mehrere Länder reiste und ungewöhnliche Arbeitsaufgaben für Hunde vorstellte.  Dabei lernte er in New York das Programm "Puppies Behind Bars" (Welpen hinter Gittern) kennen, in dem dort Schwerverbrecher mit der Ausbildung von Blindenhunden betraut werden und damit selbst schrittweise verantwortungsbewusstes und soziales Verhalten trainieren sollen.

Übrigens ist der Filmautor der Meinung, die dort trainierten Hunde könnten bestens mit anderenorts ausgebildeten Blindenhunden mithalten. Für diese Art der Ausbildung sei das Übermaß an Routine im Gefängnis ausnahmsweise ein Vorteil. 

Zu hoffen bleibt, daß aufgrund des Films nicht ein weiterer Labrador-Boom ausbricht und flugs überall die niedlichen Labrador-Welpen gähnend in Kinderzimmern sitzen und blinde Kuh spielen müssen. Man sieht in diesem Film, was die Hunde alles drauf haben, wenn man sie fordert. Mit intelligenter Beschäftigung macht man diesen Kollegen nicht nur eine Freude, sie brauchen auch wirklich was zu tun. So viel Zeit wie ein Häftling haben die wenigsten Menschen für ihren Hund, aber nur in die Ecke setzen und einmal kurz Gassi gehen? Nee, ein Labrador braucht eindeutig mehr. 

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