Es gibt sie - nicht mehr. Die Stadt ohne Hundesteuer. Sie lag in Nordrhein-Westfalen und hörte auf den schönen Namen Hörstel. Doch dort ging lange Zeit, was sonst überall nicht ging. Zwar wurde Hörstel nicht in der Folge von Hundehaltern überbevölkert - aber nun wird auch hier das Geldsäckel aufgehalten. Gibt es noch irgendwo eine andere Hundesteuer-Oase?

Über 30 Jahre lang erlaubte es sich Hörstel als alleinige Kommune in Nordrhein-Westfalen auf jegliche Hundesteuer zu verzichten. Laut der wunsch-hund Leserin Bettina (siehe Kommtare am Ende des Artikels) ist es nun aus mit dem Hundesteuerparadies Hörstel. Ab dem 1.1.2011 gilt auch dort die Hundesteuer-Pflicht.

Seltsam, hatte doch früher der örtliche Bürgermeister verlauten lassen, was sich Millionen Hundebesitzer denken. Viel brächte die Steuer netto nicht für die Stadt, weil Hunde erfasst und vom Betrag her veranlagt werden müssten, Abrechnung etc., ein hoher Verwaltungsaufwand eben. Nun scheint in der Gemeinde ein Umdenken eingesetzt zu haben. Wer noch ein verbliebenes "gallisches Dorf" irgendwo in Deutschland kennt, kann ja gerne per Mail Bescheid geben. Wir suchen die letzten "Steueroasen".

Wenn es stimmt, dass die Hundesteuer in NRW im Jahr 74 Millionen Euro gesamt einbringt, ist das bezogen auf die einzelen Kommune und den dahinter stehenden Aufwand nennenswert aber sicher nicht der Kracher. Da die Stadt mit dem Geld machen kann, was sie will, kann man nicht einmal davon ausgehen, dass die Orte durch die Abgabe wirklich sauberer werden (oder gar mehr Grünflächen angelegt würden). Wenn nicht einmal das Argument der "Luxussteuer" zieht, weil andere Haustiere ja auch nicht besteuert werden und sozial Schwache auch schon mal von Verwaltungsgerichten von der Zahlung der Hundesteuer befreit werden - was bleibt dann? Jedenfalls keine stichhaltige Begründung und stattdessen eine weitere sinnlose Bagatellsteuer, die ähnlich wie andere mit Hunden verbundenen Ordnungsgelder pro Kommune individuell festgelegt werden.

Man hat so das Gefühl, was dem Landespolitiker seine Bildungspolitik, ist dem Kommunalpolitiker seine örtliche Steuer. Da kann man sich nach Herzenslust austoben und schön Kleinstaaterei betreiben. Warum nicht mal landesweit eine klare Begründung und eine sinnvolle, nachvollziehbare Verwendung: Ein zweckgebundener Topf mit dem eingenommenen Geld und einer klaren Ausrichtung. Nachweisbare Investitionen in das Bereitstellen neuer Freilaufflächen für Hunde,  in das Anbringen von robidog-Automaten oder ähnliches - oder für die Finanzierung zusätzlicher Investitionen im örtlichen Tierheim. 

Netter Nebeneffekt: Nach ein, zwei Jahren wäre die Diskussion um die Verwendung der Gelder und der Aufwand dahinter für die Mandatsträger in einem Teil der Kommunen sicher zu groß. Dann würden Sie die Steuer bei sich ganz abschaffen und glücklich und zufrieden leben. Halleluja!

(Blog-Autor: wok)

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