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Die durchschnittliche Lebenserwartung für einen Hund wurde früher oft per Faustformel mit sieben Hundejahren für ein Menschenjahr berechnet. Als sehr grobe Faustformel mag das hinkommen. Doch dann gäbe es auch nicht wenige Hunde, die deutlich über Hundert werden. Es gibt mehrere Faktoren, um das Alter des eigenen Hundes etwas exakter zu bestimmen. Wie alt werden Hunde wirklich?

 

Lebenserwartung - Wie alt werden Hunde durchschnittlich?

Die Evolutionsbiologin Cornelia Kraus hat zum Thema an der Uni Göttingen für eine Studie Daten zu 50.000 Hunden und 74 Rassen untersucht und Ergebnisse veröffentlicht. (Vgl. Cornelia Kraus et. al., The Size-Life Span Trade-off Decomposed: Why Large Dogs Die Young, in: The American Naturalist, Vol. 181, 2013, S. 492 ff.).

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Hunden kann man dadurch aktuell auf 11 – 12 Jahren eingrenzen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung kann bei kleinen Hunden aber auch 15 bis 16 Jahre betragen.

Bei großen Hunden beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung hingegen meist nur 8 – 10 Jahre.

 

Große Hunde wachsen und altern schneller

Dieses Prinzip wird aber inzwischen ganz klar unterschieden. Laut der Evolutionsbiologin Cornelia Kraus scheint es einen klaren Zusammenhang zwischen Wachstum und Alter zu geben. Demnach scheint das schnelle Wachstum bei großen Hunden ein Grund für das schnelle Altern zu sein. Die schnellere Zellteilung im Körper sorge vor allem bei sehr großen Hunden für eine Art Leben im Zeitraffer und erhöhe zudem das Risiko für bestimmte Krankheiten.

Große Doggen oder Bernhardiner kommen so selten über das zehnte Jahr während Vertreter anderer Hunderassen oft noch quietschfidel unterwegs sind. Was laut aktueller Forschung übrigens auch ein deutlicher Hinweis an die Züchter ist, sich weniger auf das Wachstum bestimmter Rassen zu fokussieren.

 

Jung altert schneller

Hunde-Welpe liegt auf Büchern

In der Fachliteratur wurden schon länger vor allem Unterschiede bei jungen Hunden thematisiert. In "Der alternde Hund" (Kynos Verlag) schlägt Carl Gorman eine Einteilung vor, nachdem das erste Lebensjahr beim Hund 15 Menschenjahren entspricht, das zweite Jahr 6 Menschenjahren und ab dem dritten Hundejahr jedes Jahr fünf Menschenjahre zählt.

Unter Einbeziehung der schneller wachsenden (und alternden) großen Rassen wird aber inzwischen bei jungen Hund bis zum Alter von zwei Jahren deutlicher nach dem Kriterium Körpergröße unterschieden:

  • Kleine Hunde - 12,5 Menschenjahre pro Hundejahr
  • Mittlere Hunde - 10,5 Menschenjahre pro Hundejahr
  • Große Hunde - 9 Menschenjahre pro Hundejahr

 

Die neue Menschenjahre-Formel für erwachsene Hunde?

Wer für ausgewachsene Hunde statt der alten und oftmals nicht passenden 1:7-Faustregel eine etwas genauere Annäherung an das tatsächliche Lebensalter seines Hundes sucht, braucht ein paar Kommastellen.  Eigentlich müsste man neben Lebensjahren und Größe des Hundes sogar noch spezifische rassetypische Faktoren ergänzen. 

Zur groben Orientierung funktionieren aber schon Größenklassen für Hunde besser als die alte 1:7 Berechnung. Die Evolutionsbiologin Kraus hat dafür mehrere Rassen- und damit Größenbeispiele:

Für Hunde ab zwei Lebensjahren bis ins hohe Alter

  • Dackel - 4,32 Menschenjahre pro Hundejahr
  • Schäferhund - 7,84 Menschenjahre pro Hundejahr
  • Bulldogge - 13,4 Menschenjahre pro Hundejahr

 

Lebenserwartung - allgemeine Einflussfaktoren

Darüber hinaus  wird aber auch allgemein davon ausgegangen, dass weitere Faktoren für die Lebenserwartung eine Rolle spielen, einige davon sind offensichtlich, manche werden meist übergangen:

Grundkonstitution und Erlebnisse: Hat ein Welpe eine schwere Erkrankung erlebt oder hat ein Autounfall an Organen Spuren hinterlassen, holen Nachwirkungen diese Hunde manchmal im Alter ein.

Vorgeschichte / Herkunft: Wer einen Tierheimhund mit unklarer Vorgeschichte sein eigen nennt, tut gut daran, neben Liebe und Pflege dessen Grundkonstitution mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung frühzeitig zu stärken und kann damit einiges für eine möglichst lange und gute Gesundheit tun.

Ernährung insgesamt: Klar, Übergewicht und ungesunde, nicht tiergerechte Hundeernährung sollten generell vermieden werden. Übergewichtige Hunde können zwar trotzdem ziemlich alt werden. Aber man kann über den Weg Ernährung jedoch sicherheitshalber gegen die Wahrscheinlichkeitsrechnung der Statistik arbeiten.

Rasse des Hundes: Im Bezug auf Rassen ist das ein uferloses Thema. Allgemein bekannt sind oft durch Überzüchtung entstandene rassespezifische Leiden. Rasseverbände und Vereine haben meist gute Einschätzungen über das zu erwartende Alter einer bestimmten Rasse. Nicht abschließend erforscht ist aber für viele Hundebesitzer die gefühlte Wahrheit: Ohne eine problematische Lebensgeschichte sind Mischlinge oft im Vorteil im Bezug auf Zähigkeit und Lebenserwartung. 

Kastration: Laut Untersuchungen der amerikanischen Forscherin Kate Creevy leben kastrierte Hunde im Durchnitt ca. zwei Jahre länger als Hunde mit Nachkommen. Allerdings erhöhe eine Kastration bei den Hunden das Risiko für Krebs.

Pflege: Der Hund lebt nicht vom Fleisch allein. Zuwendung, angemessene geistige und körperliche Beschäftigung und ein Wohlfühl-Leben im Familienrudel ohne Dauerstress befördern ein langes Hundeleben genauso wie das Leben des Menschen. Tun Sie sich und Ihrem Hund also öfter etwas Gutes.  

 

Ein stolzes Alter - der älteste Hund der Welt

Man kann nicht alles berechnen und beeinflussen. Ein wenig Hoffnung für die Besitzer von älteren Hunden macht vielleicht folgende Entwicklung. In der Betrachtung der Daten über mehrere Jahrzehnte werden Hunde im Durchschnitt älter als früher. Ein Trend, den man auch an den überprüften Altersrekorden ablesen kann. Als im September 2009 nun der damals offiziell älteste Hund der Welt in der Nähe von New York starb, war er 21 Jahre alt. Die Rauhaardackel-Dame Chanel wäre nach der inzwischen überholten "Milchmädchen" Umrechnung mit 1:7 Jahren übrigens ganze 147 Menschenjahre alt geworden.

Der Rekordhalter "Guinness Buch der Rekorde" aus dem Jahr 2016 ist inzwischen der australischer Cattle-Dog Bluey mit stolzen 29 Jahren und fünf Monaten.

Es ist eben genauso wie beim Menschen. Den genauen Zeitpunkt weiß man nie. Zahlen und Statistiken sind nur eine grobe Richtschnur. Jeder hat die Chance, sich dabei positiv überraschen zu lassen. Es bleibt, die Zeit mit dem eigenen Hund zu genießen, so gut und so lange es nur irgendwie geht. Am besten sollte man gleich heute damit anfangen.

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