Hundekot-Strafen - Hundebesitzer müssen vielerorts mit Bußgeldern rechnen, wenn in städtischen Grünflächen oder auf Bürgersteigen Häufchen nicht mit Hundekotbeutel oder Taschentuch weggeräumt wurden. Deftige Strafen im ländlichen Bereich sind dagegen neu. So geschehen im Landkreis Neu-Ulm.

Nach einem Bericht der Augsburger Allgemeine Zeitung hatte hier ein Bauer auf seiner Wiese einen uneinsichtigen Hundebesitzer zum wiederholten Male dabei erwischt, wie dessen Hund sein Geschäft im zukünftigen Kuh-Grünfutter hinterließ. Polizei und Staatsanwalt bemühte der Landwirt daraufhin vergeblich, das örtliche Landratsamt war hilfreicher und verhängte gegen den Hundebesitzer ein Bußgeld wegen "illegaler Abfallentsorgung", das dieser auch bezahlte.

Der zweite Schritt des in Rage geratenen Landmanns: Wiese abmähen, Grünzeug zur Abfallentsorgung und ein Anwalt mit folgender Rechnung: Arbeitsstunden, Maschineneinsatz und entgangenes Tierfutter = 500 Euro. Da der Hundebesitzer in dem folgenden Rechtsstreit beim Amtsgericht nicht alle Fristen einhielt, erging schließlich ein so genanntes Versäumnis-Urteil. Neben 500 Euro Schadensersatz wurde dem Hundebesitzer auch auferlegt, zusätzlich die Kosten für den gegnerischen Anwalt und die Gerichtsgebühren zu zahlen.

Offen wäre der Ausgang des Rechtsstreits wohl gewesen, wenn sich der Hundehalter um alle Formalitäten und Fristen des Rechtsstreits gekümmert hätte. Unbeantwortet bleibt damit die Frage: Darf mein Hund auf das Feld oder die Wiese machen bzw. wann darf er das nicht?

Locker formuliert: Kack doch die Wand an! Geht nicht, wird auch teuer. Hundekotbeutel-Träger dieses Landes, ihr habt es nicht leicht. In Rechtsfragen ist das ja nicht das einzige Problemfeld. Im Wald steht der Förster mit (oft zurecht) wachsamem Auge und je nach Bundesland und Stadt gelten unterschiedliche Regeln für das Freilaufen von Hunden für städtische Grünflächen und Flussufer.

Was bleibt? Entweder nach Kanada auswandern oder Rechtsgelehrter werden. Manchmal hilft es aber schon, einen Beutel zur rechten Zeit in die Hand zu nehmen, auch wenn einem die ganze Sache stinkt. Ich kenne schließlich keinen Hundebesitzer, der selbst gerne "naturbraune" Schuhe trägt.  

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