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Viele Hunde haben Angst vor Behandlungen beim Tierarzt. Einige Vierbeiner betreten Tierarztpraxen nur mit eingeklemmter Rute. Im Behandlungszimmer angekommen, findet der Stress nicht selten Ausdruck in Zittern, Hecheln, Winseln oder sogar Angstaggression – gegenüber dem Praxispersonal und manchmal sogar gegenüber dem Hundebesitzer. Was kann man tun, um den Tierarzt-Besuch für Hunde zu erleichtern?

Foto - Tierarzt Hund, KanüleFoto: Fly_dragonfly - Fotolia.com

„Angstverhalten beim Tierarzt kann am wirkungsvollsten vorgebeugt werden, wenn bereits Welpen und Jungtiere behutsam auf den Praxisbesuch vorbereitet werden“, sagt Birgitt Thiesmann von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten". „Während des ersten Termins sollten nach Möglichkeit keine schmerzhaften Behandlungen oder Impfungen durchgeführt werden. Eine gründliche Untersuchung reicht für den Anfang. Wird das Stillhalten dann noch ausgiebig belohnt, ist ein wichtiger Grundstein für eine vertrauensvolle Beziehung zum Tierarzt gelegt.“

Welpen und Jungtiere sollten laut Birgitt Thiesmann von "Vier Pfoten" am besten bereits zu Hause an Untersuchungen gewöhnt werden. Hochheben auf einen Tisch, Öffnen des Fangs, Kontrolle der Ohren und Pfoten und Berührungen am gesamten Körper könnten so allmählich trainiert werden. Lässt sich das Tier solche "Behandlungen" bereitwillig gefallen, sollte dies belohnt werden. So kann der Hund lernen, dass bestimmte Berührungen oder das Stehen auf einem Tisch auch beim Tierarzt keine Ängste auslösen müssen.

Die für die Tierschutzorganisation Tasso e.V. tätige Tierärztin Dr. Anette Fach empfiehlt für ängstliche Hunde ebenso ein solches Training und ein hilfreiches Verhalten der Hundebesitzer. Am wichtigsten sei, dass der Tierhalter selbst ruhig bleibe und so tue, als sei die Situation möglichst normal. Denn negative Stimmungen und die eigene Unruhe übertragen sich ansonsten vom Menschen direkt auf das Tier.

Bei ängstlichen Hunden könnte sich auch eine weitergehende Form der Desensibilisierung lohnen. Frau Dr. Fach empfiehlt dafür kurze und regelmäßige Besuche in die Praxis, ohne dass eine Untersuchung durchgeführt wird. So könnte man den Hund mit diesem Ort vertraut machen, verbunden mit Leckerlis bzw. Streicheleinheiten.

Nach Absprache mit dem behandelnden Tierarzt kann auch eventuell ein "Beschnuppern" des Sprechzimmers und Probesitzen auf dem Behandlungstisch vereinbart werden. Um die Wahrscheinlichkeit von Angstaggressionen zu verringern, sollte die Wartezeit in der Praxis zudem möglichst kurz gehalten werden. 

Hat sich bei erwachsenen Tieren die Angst vor dem Tierarzt bereits etabliert, könnten laut Dr. Fach nach Absprache mit dem Tierarzt gegebenenfalls dem Hund zur Beruhigung homöopathische Mittel oder Bachblüten oder Pheromone verabreicht werden. 

Generell gilt:  Ein besonnenes, gelassenes und möglichst souveränes Verhalten des Hundehalters ist in jedem Fall besonders wichtig und kann dem Hund zusätzlich Sicherheit vermitteln. 

 

(Quelle: Erstellt unter Verwendung von Informationen der Tierschutzorganistaionen "Vier Pfoten" und Tasso e.V.)

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