Hund leckt Tierarzt - Kleines SymbolbildHundekrankenversicherung - Viele Hunde- und Katzenliebhaber beschäftigen sich mit dem Thema Tier-Krankenversicherung erst zu spät - wenn Ihr Hund bereits alt ist oder wenn er ernsthafte Krankheitssymptome zeigt. Doch machen Krankenversicherungen für Haustiere überhaupt Sinn und worauf sollte man bei seinen Überlegungen achten?

Es gibt schon länger spezialisierte Versicherungen mit Produkten wie dem AGILA Tierkrankenschutz, die in diesem Bereich als Vorreiter gelten. Doch spätestens seit 2008 auch der Branchen-Primus Allianz ein eigenes Produkt für Haustiere vorstellte, haben auch andere große Versicherer den Markt für Pferde, Hunde und Katzen für sich entdeckt. Für private Hunde-Besitzer stellt sich dabei allerdings trotzdem die Sinnfrage.

 

Kosten für die Gesundheit des Hundes

Dackel beim Tierarzt

Wer den Abschluss einer Hunde-Krankenversicherung in Betracht zieht, hat meist früher schon selbst einschlägige Erfahrungen mit seinen Hunden gemacht oder kennt beeindruckende Kosten-Aufstellungen von Tierärzten durch andere Tierbesitzer. Ob einschlägige Gesundheitsrisiken bei bestimmten Rassehunden oder die üblichen Unwägbarkeiten des Alters bei allen Tieren - Hunde werden teurer. Sowohl die Tierärzten zur Verfügung stehende Diagnostik als auch die Bereitschaft der Besitzer, Ihrem geliebten Hund keinerlei mögliche Hilfe zu verweigern, sorgen für steigende Ausgaben.

Es kursieren Schätzungen für die durchschnittlichen (!) Kosten pro Hund für übliche jährliche Routine­unter­suchungen (inklusive Medikamenten, Impfungen etc.), die jährlich in einer Spanne zwischen 100 und 200 Euro angesetzt werden.

Dabei sind aber natürlich keine Sonderfälle wie z.B. die Behandlung von Pfoten nach Schnittverletzungen durch Scherben und andere Unfälle des täglichen Hundelebens enthalten. Manchmal reicht schon der ungesunde Appetit: Das Fressen von Rattengift im Gebüsch nebenan kann übel ausgehen und ein rechtzeitiges Entgiften beim Tierarzt  könnte durchaus bis zu 500 Euro kosten.

Richtig teuer können auch aufwändig zu diagnostizierende und entsprechend behandelbare Beschwerden in den späteren Lebensabschnitten eines Hundes werden. Denn schon lange sind aufwändige Diagnose­verfahren wie die Magnetresonanz-Tomographie (bekannt als MRT) nicht mehr nur dem Menschen vorbehalten - wenn die Hundebesitzer dies für Ihren Vierbeiner bezahlen. Größere Operationen mit Klinikaufenthalt müssen nicht, können aber auch schon einmal in den vierstelligen Eurobereich gehen. 

Also geht es darum, ähnlich wie z.B. bei einer Hausratversicherung eine Entscheidung zu treffen: Auf jeden Fall weniger bezahlen (Versicherung) oder das Risiko von eventuell deutlich höheren Kosten im Einzelfall in Kauf nehmen? Ein aktueller Test mit verfügbaren Tarifen für Hunde-Krankenversicherungen versucht, die Argumente und Kosten etwas zu ordnen.

 

Kosten-Vergleich von Hunde-Krankenversicherungen 2016

Verbraucherschützer haben bereits vor längerem darauf hingewiesen, dass eine Tier-Krankenversicherung von der Bedeutung her nicht mit einem existenziellen Versicherungsschutz gleichzusetzen ist, wie z.B. einer Standard- Hunde-Haftpflicht. Stiftung Warentest hat nun in der Februar-Ausgabe 2016 versucht, 27 verfügbare Tarife von Krankenversicherungen für Hunde, Katzen und auch Pferde zu bewerten. Die Tester stießen dabei allerdings auf die Schwierigkeit, dass viele Tarife sich im Detail nur schwer miteinander vergleichen ließen. (Stiftung Warentest - Testinfos online - kostenpflichtig)

Zudem können Tierbesitzer immer noch aus relativ wenigen Angeboten wählen. Die Angebote unterscheiden sich dabei prinzipiell in zwei Kategorien. Die meisten Versicherer bieten entweder einen Operations-Kostenschutz an oder einen kostspieligeren Krankenvollschutz. In der Regel deckt ein Krankenvollschutz neben Erstattungen für Operationen auch Heil- und Vorsorgebehandlungen wie etwa Impfungen ab, dies oft jedoch nur in eingeschränktem Umfang. 

Laut den Test-Ergebnissen von 2016 lagen die Beiträge einer OP-Kostenschutzversicherung in einer Beispiel-Rechnung für einen mittelgroßen Mischlingshund bei ca. 260 Euro pro Jahr bei unbegrenzter Erstattungshöhe. Eine Krankenvollschutzversicherung lag im Beispielfall bei rund 515 Euro pro Jahr für den Mischlingshund. Wohlgemerkt nur für die Versicherung, ohne Zusatzkosten für den Hundebesitzer.

 

Test-Ergebnis für Hunde-Krankenversicherungen

Jeder Tarif hatte nach Ansicht der Tester seine Tücken. Entweder sei der Beitrag hoch oder die Leistung eingeschränkt. Es gab im Test sogar Angebote, die nur beschränkte Leistungen beinhalteten und trotzdem teuer waren.

Wer auf hohe Leistungen Wert legt, der findet bessere Pakete mit umfangreichen Leistungen ebenfalls eher bei den teureren Krankenvollersicherungen. So lag in einem Testfall die Erstattungsgrenze eines Versicherungsanbieters bei der OP-Kostenversicherung nur bei 4000 Euro pro Jahr, in der Krankenvollversicherung würden hingegen bis zu 9000 Euro übernommen werden.

Umsonst sind viele Leistungen allerdings auch dann für den Versicherungsnehmer nicht. Alle Anbieter von Krankenvollschutz-Versicherungen im Test verlangten vom Hundebesitzer eine Selbstbeteiligung, in der Regel 20 Prozent der Gesamthöhe der Rechnung. Nur zwei allerdings relativ teure Tarife bei den OP-Versicherungen beinhalteten keine Selbstbeteiligung im Tarif.

Wer sich für Details des kostenpflichtig abrufbaren Tests interessiert, findet darin unter anderem eine Übersicht zur Höhe der Jahres­beiträge je Anbieter für Katzen- und Hunde-Versicherungen. Zudem gehören dazu Auflistungen von Jahres­beiträgen für die ausgewählten Hunde­rassen Jack Russell, Deutscher Schäferhund, Labrador sowie mittel­großen Misch­lings­hunden.

Neben Infos zu enthaltenen Leistungen und Erstattungs­höchst­grenzen sind im Test Unterscheidungen für weitere relevante Bereiche zu finden. Unter anderem zu der Frage, welches Höchst­eintritts­alter für die Tiere pro Versicherer und welche Rege­lungen bezüglich der Wahl des Tierarztes und bei Auslands­auf­enthalten gelten. (Stiftung Warentest Infos online - kostenpflichtig)

 

Auswahl einer Hunde-Krankenversicherung

Hund leckt Tierarzt ab

Keine Versicherung hat im oben genannten Test völlig über­zeugt. Aber es gibt Angebote, die ein besseres Preis-Leistungsangebot als andere Versicherer bieten. Wägen Sie für Ihren konkreten Bedarf die Einzelheiten ab.

Schon die Höhe des Eigenanteils, den Hundebesitzer zu tragen haben, unterscheidet sich bei einzelnen Versicherungen. Für viele Anbieter ist zur Berechnung der Beitragshöhe ähnlich wie bei Krankenversicherungen für Menschen das Alter der Hunde ein zentraler Faktor. Für andere ist aber auch die Größe eines Hundes mitbestimmend für die endgültige Summe des Beitrages, da große Hunde bekanntlich häufiger zu Gelenksbeschwerden und damit verbundenen Krankheiten neigen als kleinere Hunde.

Und wer davon ausgeht, dass die regelmäßigen Impfungen für den Hund von der Krankenversicherung erstattet werden, sollte dieses lieber vorher in den AGB überprüfen bzw. ein ausführliches und unverbindliches Angebot bei einem seriösen Versicherungs-Anbieter anfordern. Wer sich statt einer Voll-Krankenversicherung für eine meist günstigere OP-Krankenversicherungen entscheidet, sollte sich darüber klar sein, dass diese Tarife nur für den absoluten "Ernstfall" gedacht sind.  

Wenn Sie etwas in den Unterlagen nicht verstehen oder Sonderwünsche abklären wollen, fragen Sie vor einem Abschluss nach. Denn was eine Versicherung nicht beinhaltet, ist naturgemäß selten in Überschriften zu finden.

 

Fragezeichen für Hund und Herrchen / Frauchen

Die Bewertung, ob eine Hunde-Krankenversicherung Sinn macht, hängt offensichtlich sehr von der individuellen Situation des Hundebesitzers ab. Im Unterschied dazu steht z.B eine Hunde-Haftpflicht, die je nach Wohnort und Größe des Hundes teilweise sogar gesetzlich vorgeschrieben ist.

Tierhalter sollten sich möglichst früh entscheiden, ob sie ihr Haustier überhaupt krankenversichern wollen oder nicht. Denn die Kosten steigen, je älter das Tier ist. Auch können Versicherer ein einzelnes Tier ablehnen oder bestimmte Krankheiten vom Versicherungsschutz ausschließen, z.B. wenn Vorerkrankungen bekannt sind. Sehen Sie durch Ihr Vorwissen bezüglich Hunden einer bestimmten Rasse ein zukünftig hohes Risiko für Ihr Haustier, sollten Sie eher versuchen, Ihren Vierbeiner noch relativ jung zu versichern.

Fazit: Es kann nicht schaden, sich im Zweifel frühzeitig Gedanken zu machen, was man dem quicklebendigen Vierbeiner im Alter noch zutraut. Ob man den Zufällen des täglichen Hunde-Lebens auch mit finanzieller Gelassenheit gegenüber stehen kann oder ob man eher der Absicherung den Vorzug geben möchte bzw. muss. Ein Vergleich verschiedener Tarife kann sich lohnen, da sich Kosten und Leistungen oft unterscheiden.

Siehe auch: Online-Vergleich von Haftpflicht-Tarifen für den Hund

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Hunde-Zitate

"Dem Hunde wenn er gut erzogen, wird selbst ein weiser Mann gewogen." (Johann Wolfgang von Goethe, in: Faust)

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