Audio-Podcast #8 auf wunsch-hund.de: Heute geht es um verblüffende Erkenntnisse rund um den Hund. Warum die Corona-Pandemie anscheinend zu mehr Bänderrissen und Knochenbrüchen bei Hunden führte!?! Weshalb Rassehunde es zukünftig schwerer haben könnten, eine Versicherung zu bekommen. Und die Frage: Was hat Klimawandel mit Hunden zu tun?

Podcast-Themen - Shownotes:

Hund auf WieseBild © JaribFoto/Fotolia 

Was hat der Klimawandel mit unseren Hunden zu tun? Nix natürlich, oder? 

Die Klimaerwärmung ist aktuell ein ständiger Anlass für neue Studien und Prognosen. Die Technische Universität Berlin hat bereits 2020 mit einer Studie sehr gezielt geforscht mit dem Titel: "Ein Hundeleben und sein CO2-Fußabdruck. Die Ökobilanz des Haustieres und seine Auswirkungen auf die Umwelt."

Der Hund als Problem für das Klima? Lieber erstmal entspannen und genauer hinsehen:

Die Forscher kamen in ihren Berechnungen zur Klimabilanz zum Ergebnis: Ein durchschnittlicher Hund mit 15 Kilogramm Gewicht, der 13 Jahre lang lebt, könnte für 8,2 Tonnen CO2-Ausstoß verantwortlich sein. Das entspricht laut der Berechnung der TU Berlin in etwa den Treibhausgasemissionen von 72.800 Auto-Kilometern oder 13 mal Hin- und Rückflug von Berlin nach Barcelona.

Doch der Hund an sich ist eigentlich nicht das Problem. Des Rätsels Lösung für das Klima ergibt sich abseits der Schlagzeile bei dem Input für diese Rechnung. Denn zur Klimabilanz gehören unter anderem Rohstoffe für das Futter, dessen Herstellung, Verpackung des Futters, Transport und die Umweltauswirkungen dessen, was am Ende der Verdauung beim Hund hinten rauskommt.

CO2-Klimabilanz Problem durch das Hundefutter

Kurz gesagt: Die miese Klimabilanz entsteht zu 90 Prozent offensichtlich über das Hundefutter. Zitat der Forscher: „Und wenn im Zusammenhang mit Corona zum x-ten Male die industrielle Fleischproduktion am Pranger steht, dann muss auch zur Kenntnis genommen werden, dass genau mit diesem industriell hergestellten Fleisch eines der liebsten Haustiere der Deutschen gefüttert wird". Denn das stammt meist aus der Massentierhaltung und eben laut den Forschern mit den bekannten sozialen und ökologischen Auswirkungen“.

Mit dem Kauf von Tierfutter in Bioqualität ließe sich dieses Problem zwar zumindest verringern. Solange Bio-Futter oft noch teurer ist, werden sich davon aber bestimmt nicht alle überzeugen lassen. wunsch-hunds steile These: In wenigen Jahren wird der Anteil an vegetarischen Inhalten im Futter für Hunde zunehmen. Und es wird im großen Stil Futter-Beimischungen mit im Vergleich weniger klimaschädlichen Insektenproteinen geben. Das will keiner? 

Solange es teurer statt günstiger ist, bestimmt nicht. Aber das könnte sich bald ändern. Viel besser sind natürlich gesundheitliche Argumente für den Vierbeiner: Diese liefert immer mehr das Thema Futtermittel-Unverträglichkeiten wie z. B. Rind, Huhn oder auch Gluten sorgen. So ganz nebenbei:  Die Zunahme dieser Unverträglichkeiten bei Hunden wird ja auch gerne in Verbindung gebracht mit der Art der Massentierhaltung und mit der damit zusammen hängenden Futterproduktion.

Und sind wir mal ehrlich. Wenn Fleisch beim Discounter günstig ist, kaufen Menschen viel Fleisch. Wenn Hundefutter mit hohem Fleischanteil aus Massentierhaltung günstig ist, kaufen es viele ein. Also muss sich etwas an der Produktion und am Preis für besseres und möglichst klimafreundliches Hundefutter ändern. Das sollte man eigentlich hinkriegen können, oder?

Eine Ökobilanz für Haustiere beinhaltet natürlich mehr als nur den CO2-Verbrauch. Doch auch das zweite große Thema rund um den Hund kann der Mensch (ein wenig) beeinflussen. Denn auch die Masse an Hundekot scheint aus ökologischer Sicht ein Problem zu sein. Klingt komisch, ist aber wohl eine Frage der Masse. Statt der fünf Millionen Hunde im Jahr 2000 waren es bereits im Jahr 2019 schon über 10 Millionen Hunde. Nach dem Corona-Boom sind es sicher noch ein paar Hunderttausend mehr geworden.

Und ein durchschnittlicher Hund scheidet über seine 13 Lebensjahre rund eine Tonne Kot und knapp 2000 Liter Urin aus. Mit Folgen für die Umwelt, deren Ausmaß sogar die Forscher überrascht hat. Die im massenhaften Hundekot enthaltene Masse an Phosphor und Stickstoff würde laut der Studie Böden und Gewässer überdüngen. Deswegen spricht auch das dafür, speziell im städtischen Bereich im Park immer alle Haufen mit der Tüte zu entsorgen. Ganz unabhängig von den bekannten Argumenten von wegen Kack-am Schuh, versiffte Wiese und „Mist, das Ordnungsamt“.

Was die Forscher logischerweise auch sagen: Ein kleinerer Hund würde durchschnittlich weniger Ressourcen verbrauchen und CO₂ produzieren als es größere Hunderassen tun. Also beim nächsten Hund statt einem Labrador doch den sprichwörtlichen Rehpinscher? Muss ja nicht, hat ja keiner gesagt, dass man nur beim Hund etwas für eine bessere Klimabilanz tun kann. Am Ende fabrizieren wir ja schließlich den meisten Kram. Wird das nicht bei jedem Einzelnen von uns weniger, dann können Hunde nun wirklich nichts dafür. Kriegen wir das aber für uns auf die Reihe, dann wird die Klimarettung an Hunden bestimmt nicht scheitern.

Externer Link: Studie zum Titel: "Ein Hundeleben und sein CO2-Fußabdruck". 

Seltsam: Mehr Hunde-Verletzungen während der Pandemie

Versicherungen haben festgestellt, dass sich während der Pandemie die Anzahl an gemeldeten Verletzungen bei Hunden klar erhöht hätte.  Die Leute waren mit ihren Vierbeinern im Lockdown häufiger Gassi und wegen dem Lockdown bzw. Home-Office auch offensichtlich zu ungewohnten Zeiten. Mehr Gassi, mehr Hunde-Kontakte, mehr Verletzungen. Ernsthaft? 

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Podcast-Titel: Kein Klima-Schreck für Hunde-Freunde?  Folge #8:

Audio-Dauer: 12 Min. 24 Sek.

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