Im Audio-Podcast #6 auf wunsch-hund.de erfährst du unter anderem Erstaunliches über die vielleicht älteste Hundeliebe Europas und warum man manchmal Hunde und Kinder nur schwer unterscheiden kann.

Podcast-Themen - Shownotes:

Waren manche Hunde schon in der Steinzeit "Familienmitglieder"?

Hunde haben heutzutage einen sehr hohen Stellenwert im Leben vieler Herrchen und Frauchen. Immer wieder hört man in diesem Zusammenhang ein beliebtes Klischee. Diese ganze familiäre Innigkeit heutiger Hundehaltung hätte es früher niemals gegeben. Demnach wäre der Wunschhund gerne einmal Ersatz für ein Wunschkind und Vierbeiner würden sowieso viel zu sehr vermenschlicht. OK, vor allem bei Punkt 2 mag bei einigen Hundebesitzer ein Fünckchen Wahrheit dabei sein. Doch es stimmt nicht, dass Hunde vor dem 20 Jahrhundert fast ausschließlich Arbeitstiere gewesen sind. 

Das älteste Beweisstück für frühe Hundeliebe wurde im Jahr 1914 gefunden. Nur hat das damals keiner bemerkt. In einem Steinbruch in Bonn-Oberkassel wurden in einem prähistorischen Grab zwei menschliche Überreste entdeckt.  Das Spektakuläre daran war aus damaliger Sicht, dass die menschlichen Knochen beeindruckende 14.000 Jahre alt sind. Das war damals schlicht der älteste Beleg für die Besiedelung des modernen Menschen Homo sapiens in Deutschland. Doch erst rund 100 weitere Jahre später wurde das „Doppelgrab von Oberkassel“ sogar nachträglich quasi zur Geburtsstunde des europäischen Hundes. Denn jetzt wurde klar, dass in dem Grab auch ein direkter Vorfahr heutiger Hunde begraben lag. Zusammen mit einer zirka 20 Jahre alten Frau und einem etwa 40-jährigen Mann.

Das Interessante: Durch die Art der gemeinsamen Bestattung und durch andere Funde sind sich die Forscher über zweierlei einig.

1. Die gemeinsame Bestattung des Hundes und der Menschen im Doppelgrab belegt eine sehr enge und innige Beziehung zwischen den beiden Mensch und ihrem Hund.

2. Der Hund ist quasi Europäer. Lange war unklar, ob die Domestizierung von Wildtieren zu unseren heutigen Hunden nicht doch in Ostasien begann. Doch inzwischen ist sicher, die Domestizierung von Hunden begann in Europa und zwar in einem Zeitraum von vor ca. 18.000 bis 32.000 Jahren. Unsere Vorfahren haben schon also Hunde schon seit Jahrtausenden als Begleiter und Teil ihrer Gruppe geschätzt.  Und das lange bevor andere Tiere wie Kuh oder Pferd vom Menschen domestiziert wurden. 

Klar, Hunde wurden damals nicht vordergründig als Kuscheltier gehalten. Sie wurden nicht zum Steinzeit-Hundefriseur gebracht oder zur Hunde-Osteopathie. Dafür gab es damals immerhin schon die erste BARF-Ernährung mit Frischfleisch. Und die Welpen-Spielgruppe war quasi inklusive. Und ja, im Unterschied zu heute durften Hunde in der Steinzeit noch ihren Jagdtrieb ausleben. Denn mitarbeiten durften und mussten die Hunde natürlich auch. Die damaligen Menschen konnten den Wach-Schutz durch Hunde gegen Feinde und die Hilfe beim Jagen sehr gut gebrauchen. Aber: Und das war das Überraschende: Forscher glauben eben auch, dass Hunde schon bei unseren Steinzeit-Vorfahren mehr als nur Arbeitstiere warn. Sondern dass sie den Hund schon damals als treuen tierischen Freund schätzten und eine teils enge soziale Beziehung zu ihm aufbauten.

Die Funde, sowohl der beiden Menschen als auch des Hundes, sind übrigens zu besichtigen im LVR-Landesmuseum in Bonn, (Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn). Doch leider: Als Besucher sind Hundebesitzer zwar gerne gesehen, Hunde selbst sind im Museum aber nicht erlaubt. Ich würde sagen, das kann noch besser werden. Wegen Ahnenkunde und so!

Mehr Hintergrund-Infos zum Thema: archaeologie-online.de

Kinder- und Hundenamen: Zum Verwechseln

Hundenamen-Tipps + Themenlisten + die beliebtesten Hundenamen für Rüden und für Hündinnen

Die Bedeutung von Hunden innerhalb von Familien scheint in den letzten Jahren eher noch zugenommen zu haben. Es gibt da aber etwas Spezielles, was auch schon in den letzten Jahren aufgefallen ist. Auf wunsch-hund.de haben wir eine schöne Sammlung von Hundenamen, die regelmäßig erweitert und aktualisiert wird. Bei den Listen der Top-Hundenamen hat sich schon etwas verändert. Und das scheint jetzt auch statistisch bestätigt zu werden.  Denn ich bin vor kurzem über eine Statistik gestolpert, die von der Wochenzeitung „Die Zeit“ bezüglich Hundenamen erstellt wurde.

Dort hat man die Hundenamen verglichen, die am häufigsten beim Haustierregister Tasso e.V. registriert werden. Verglichen wurden dabei die Top 40 der Hundenamen für Rüden und Hündinnen mit den Daten des – Achtung: Babynamenforschers Knud Bielefeld. Das Ergebnis bestätigt auch die Beobachtungen auf wunsch-hund.de: Unter den 80 Hundenamen wären nach diesem Abgleich 52 beliebte Babynamen zu finden. Noch deutlicher: Die beliebtesten 17 weiblichen Hundenamen wären demnach alle ebenfalls beliebte Mädchennamen.

Besitzer von Rüden können jetzt übrigens ein wenig aufatmen. Hier ist die Liste noch deutlich bunter. Balou heißen menschliche Knaben doch recht selten, trotz knuddeligem Dschungelbuch-Bären. Aber kein Grund zur „Geht mich nichts an“-Haltung bei Rüden-Besitzern. Denn neben Spike und Rocky stehen bei Hundenamen auch Namen wie Ben, Oskar, Max oder Paul hoch im Kurs. „Die Zeit“ deutet in ihrem Artikel immerhin zart an, diese Entwicklung zeige sich in einer Zeit, in der Hunde in Familien als gleichberechtigte Mitglieder aufrücken würden.

Da würden so einige Hundebesitzer wahlweise ins Grübeln kommen oder freudig nicken. Ist ja soweit auch egal, oder? OK, es mag etwas verwirren, wenn man im Park sein Kind ruft, um Kekse als dringend nötigen Energie-Nachschub an den Nachwuchs zu verteilen. Und am Ende stehen stattdessen nur ein Jack Russell und ein Labrador erwartungsvoll vor deiner knisternden Tüte.  Oder wenn man gerade mit seinem Sohn Torben ganz pädagogisch diskutiert hat, warum er doch die Schaufel an Freund Ben zurückgeben soll. Und dann leicht beunruhigt feststellt, dass man gestern mit Hund Paul ebenso erfolglos verhandelt hat, als er sich nicht vom halb zerkauten Hausschuh trennen wollte. 

Egal, ob der Wunschhund am Ende Buster, Bonsai oder Ben heißt: Ausreichend gute Alternativen zu diesen Hundenamen findet ihr übrigens auf wunsch-hund.de. Hundenamen-Tipps + Themenlisten + die beliebtesten Hundenamen für Rüden und für Hündinnen

Corona Hunde Boom - drum prüfe, wer sich ewig bindet

In manchen Gegenden soll die Zahl der in der Corona-Pandemie angeschafften Hunde über 10% höher liegen als in früheren Jahren. Dazu gehören auch relativ viele erstmalige Hundebesitzer. Alarm: Wird es jetzt neben dem Corona-Abitur eine unerzogene Corona-Hunde Generation geben?

Zugegeben, Hundeschulen konnten in Zeiten der Pandemie leider nur eingeschränkt ihre Dienste anbieten. Aber ich bin mir sicher, alles wird besser. Hunde wie Ole oder Max sind beziehungsweise werden bestimmt genauso gut erzogen wie die Boosters und Terrys dieser Welt. Zumindest hatten Hundebesitzer selten so viel Zeit sich um ihre Haustiere zu kümmern, wie zu Pandemiezeiten.

Wer aber aktuell immer noch von Nachbarn und Bekannten um Rat und Tipps gefragt wird, weil man sich erstmalig die Anschaffung eines Hundes ins Auge fasst, kommt vielleicht ins Grübeln. Soll ich zur Anschaffung raten? Wissen die Leute, was das neben allem Spaß mit einem Hund auch für eine langfristige Verantwortung bedeutet über 15 Jahre plus X? Kriegt man das zeitlich hin und kann einem Hund auch nach der Pandemie zeitlich gerecht werden? 

Kann der Hund dann zumindest einige Stunden alleine zuhause bleiben, obwohl das zu Zeiten von Lockdowns nicht ausreichend geübt wurde? Wer könnte aushelfen, wenn es einmal zeitlich eng wird? Und natürlich die Basics im Umgang mit einem Vierbeiner: Ohne eine gute Portion Geduld kommt man zum Beispiel bei der Hundeerziehung nicht wirklich weiter.

Manchmal stimmt es ja doch. Dann ist der Hundewunsch eigentlich ein Kinderwunsch. Nein, nicht falsch verstehen. Nicht als eine Art Ersatz für ein Kind. Sondern im Gegenteil, die Kinder sind die eigentlichen Drängler und wollen am dringendsten einen knuffigen Kuschel- und Spiel-Kumpel. Cool fand ich hier den Rat von Martin Rütter, der natürlich auch warnt, dem Wunsch der Kinder nicht immer direkt nachzugeben. Er ist eher dafür, die Kinder in einer Art Testphase einzubinden. Das heißt, Kinder sollen je nach Alter abgestuft, versuchen Aufgaben und ein Stück Verantwortung rund um einen Hund übernehmen.

Das kann natürlich auch der Hund aus der Nachbarschaft oder von Freunden sein oder nach Rütters Meinung auch von einem Tierschutzverein oder Tierheim in Ihrer Nähe. Vom regelmäßigem Gassigehen bis eventuell sogar zur Hilfe beim Saubermachen von Zwingern. Empfehlenswert seien dabei auch gerne regelmäßige Spaziergänge bei schlechtem Wetter und auch gerne im Winter.

Wer dann auch noch mindestens so gerne Gassi geht wie der Hund, zeigt zumindest schon mal echte Motivation und ahnt, dass zum Hundeleben auch Verlässlichkeit und Pflichten gehören. Übrigens beraten viele Tierheime genauso wie Hundetrainer auch gerne im Vorfeld einer Hunde-Anschaffung. 

Podcast-Titel: Rekordverdächtige Hundeliebe + Namens-Missverständnisse?  Folge #6:

Audio-Dauer: 14 Min. 12 Sek.

Mehr Infos zur Podcast-Reihe:  https://www.wunsch-hund.de/podcast

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