Tierarzt-Praxen atmen auf, Haustierbesitzer stöhnen. Seit 22. November 2022 gilt eine neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Mit teils kräftigen Kostensteigerungen für diverse tierärztliche Leistungen. 

Die Gebühren für tierärztliche Leistungen waren zuletzt 2017 pauschal um 12 Prozent angepasst worden. Nun wurde die Tierärztegebührenordnung allerdings erstmals seit dem Jahr 1999 wieder umfassend geändert. Wer sparen will, kann eventuell eine anstehende Untersuchung seines Hundes noch vorziehen. Denn die neue Gebührenordnung gilt erst ab 22. November 2022. 

Viele Tierarzt-Leistungen werden teurer

Die Änderungen in der Gebührenordnung (GOT) basieren auf einer Studie, die bereits 2020 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Auftrag gegeben wurde. Damit sollten die einzelnen tierärztlichen Leistungen wissenschaftlich bewertet werden, um zu gewährleisten, dass die jeweilige Leistung für Tierarztpraxen nach aktuellem Stand kostendeckend möglich ist. 

Dazu kommt die Entwicklung moderner Diagnose- und Behandlungsverfahren. So werden inzwischen moderne Verfahren wie die Kernspintomografie bei Bedarf auch für Haustiere eingesetzt,  um beispielsweise Tumore oder Nervenverletzungen zu erkennen. Auch diese Verfahren müssen Tierärzte angemessen abrechnen können, um den Fortbestand vieler Tierarztpraxen sichern zu können.

Hier einige Beispiele mit erhöhten Mindest-Preisen für häufige Untersuchungen:

  • Impfungen kosten für Hunde nun 11,50 Euro statt bislang 5,77 Euro.
  • Die Gebühr für eine allgemeine Untersuchung bei Hunden ist von von 13,47 Euro (mindestens) auf 23,62 Euro gestiegen.
  • Röntgenaufnahmen:  Statt bisher 25,65 nun mindestens 36,57 Euro.
  • Ultraschall: 58,92 Euro statt 42,34 Euro.
  • Kastration Hund / Hündin: 70,60 Euro /192 Euro statt 51,31 Euro / 160,34 Euro.

Tierarzt-Kosten für eine Leistung können variieren

Die Kosten für eine Leistung können sich im Einzelfall allerdings trotzdem unterscheiden, was für die Transparenz nicht gerade förderlich ist. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Zum Beispiel ist nicht jeder Hunde-Patient "pflegeleicht". Ist ein Hund gestresst oder aggressiv, sind aber mehr Mitarbeiter nötig, um den Tier zu halten bzw. zu beruhigten. 

Tierärzte können daher, wenn nötig und begründbar, aus verschiedenen Gründen den einfachen auch den zweifachen oder dreifachen Satz für die Behandlung eines Tieres in Rechnung stellen. Das gilt natürlich auch, falls in der Behandlung zusätzliche Komplikationen auftreten oder aus anderen Gründen höhere Kosten der Praxis anfallen.  Unter anderem auch durch Behandlungen am Wochenende oder während der Nacht. 

Was ändert sich noch für Tierarzt-Kunden?

Tierärzte müssen nun Wegegeld berechnen, wenn sie ausserhalb der Praxis oder Klinik behandeln. Damit soll verhindert werden, dass Tierärzte damit werben, dass bei ihnen kein Wegegeld anfallen würde.

Nicht mehr optional: Tierärzte müssen nun eine Rechnung ausstellen, in der aufgelistet ist, welche einzelnen Leistungen wie genau abgerechnet wurden.

Siehe auch: Viele Hunde-Tipps, z.B. Ernährung, Gesundheit + Pflege + Kochen für Hunde - Schöne Hundenamen