Hunde, die kaum Auslauf oder Aufmerksamkeit vbzw. Beschäftigung durch den Menschen bekommen,  damit soll Schluß sein. Deshalb sollen nun strengere Regeln eingeführt werden. 

Doch kein Grund zur Panik: Für die meisten Hundebesitzer ändert sich dadurch zum Glück wohl nicht viel. Denn es geht um ein Mindestmaß an Bewegung und Beschäftigung, die Hunde bei den meisten Besitzern schon jetzt bekommen und um verbindliche Regeln für Züchter. 

  • Bisher begnügte sich die Tierschutz-Hundeverordnung mit "ausreichend Auslauf im Freien" für Hunde ohne nähere Angaben. In Zukunft sollen laut Plänen des Landwirtschaftsministeriums die Tiere zweimal täglich für zumindest eine Stunde Auslauf im Freien haben können. Dazu sollen Spaziergänge als auch Auslauf im Garten zählen können.  
  • Das Geschäft von "Massenzüchtern" soll zudem erschwert werden, auch um die Arbeit vorbildlicher Züchter zu stützen. Täglich mindestens vier Stunden müssen sich demnach in Zukunft Züchter verpflichtend um die Hundewelpen kümmern. Außerdem soll  eine Person höchstens drei Würfe gleichzeitig betreuen können. 
  • Die Zeit der "Kettenhunde" soll zudem endlich vorbei sein, weil  die sogenannte "Anbindehaltung" nicht mehr erlaubt sein soll. Ausnahmen sind lediglich für Hunde geplant, die als Arbeitstiere eingesetzt werden.

Ist eine Gassi-Pflicht sinnvoll?

Wenn es draußen den ganzen Tag in Strömen regnet, werden sich nur die wenigsten Hunde und Besitzer für die Regelung interessieren. Diese ist aber sicherlich auch nur für den "Normalfall" ausgelegt und zudem schwer zu überprüfen. Da geht es wohl eher um die Frage, ob bzw. wie man nachprüfbare Punkte für eine dauerhaft nicht tiergerechte Hundehaltung definiert. Richtig ist aber, dass nicht wenige Probleme von Hundebesitzern mit ihrem Haustier auch aus Mangel an Bewegung entstehehen. Zum Beispiel dann, wenn der nicht ausgelastete Hund seine Energie zuhause rauslässt.

Für viele Hundehalter sind solche Regeln sowieso nur theoretisch interessant. Dort sorgt der Hund mit seinem Gassi-Drang nämlich automatisch für deutlich mehr Bewegung im Freien als behördlich verordnet - und speziell im Winterhalbjahr für mehr Bewegung als der dazugehörige Mensch ohne Haustier "freiwillig" hätte.