Anzeige

Die warmen Temperaturen haben die altbekannten Plagegeister "geweckt" - und diesmal offensichtlich besonders viele. Experten warnen für 2018 vor einer regelrechten Zeckenplage. Damit steigt gleichermaßen das Risiko der Ansteckung mit Krankheiten wie der Frühsommer Meningoenzephalitis (FSME) und der Borreliose. Speziell bei FSME stiegen die Zahlen bei den Verdachtsfällen bereits im Vorjahr. In Deutschland wurden jetzt zehn weitere Landkreise als Risikogebiet ausgewiesen.

Manchmal bleibt ein Infekt unbemerkt, in anderen Fällen löst das FSME-Virus bei Menschen in der ersten Phase einen Infekt mit Symptomen ähnlich zu einer Sommergrippe aus. Bei einem Teil der Infizierten wird dann in Folge das zentrale Nervensystem vom Virus befallen. Eine Hirnhautentzündung und auch weitere Komplikationen bis hin zur Rückenmarksentzündung sind möglich. 

FSME-Gebiete in Europa

Anti-Zeckenmittel im Test

FSME-Impfung für Menschen

 

Mehr Zecken - mehr FSME-Gebiete

zecken warnschild in der heckeBild © Butch / Fotolia

Schon seit längerem gelten große Teile Bayerns und Baden-Württembergs als Risikogebiete. Doch immer öfter sind auch Gebiete weiter nördlich und im Osten Deutschlands betroffen. Einzelfälle von FSME-Erkrankungen werden bis nach NRW, Niedersachsen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. Zudem scheint die FSME-Gefahr langsam auch von den ländlichen Gebieten in Richtung Städte zu "wandern".

In Landkreisen, in denen sich Verdachtsfälle häufen, werden vom Robert-Koch-Institut (RKI) offiziell als neue FSME-Risikogebiete ausgewiesen. In der neuesten Einschätzung sind allein in Deutschland zehn neue Kreise hinzugekommen. Unter anderem auch im Osten Deutschlands.

  • In Thüringen gelten nun der Ilm-Kreis und der Stadtkreis Suhl als gefährdet.
  • In Sachsen sind neben dem bereits ausgewiesenen Vogtlandkreis  wurde, kommen nun der Erzgebirgskreis, Bautzen und Zwickau hinzugekommen.
  • In Bayern wurden vom RKI die Kreise München, Günzburg, Starnberg, Weilheim-Schongau und  Augsburg  ausgewiesen.
    Bundesweit finden sich jetzt 156 Kreise mit erhöhten FSME-Risiken (siehe unten stehende Landkarte).
  • Neben Bayern gelten weiterhin vor allem Baden-Württemberg, Südhessen und das südöstliche Thüringen als weitere RisikogebieteI.
  • Weitere Gefahrenpunkte liegen unter anderem in Mittelhessen (Marburg-Biedenkopf) in Rheinland-Pfalz (Birkenfeld) und im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis).

 

Urlaub mit Hund: FSME-Risikogebiete außerhalb Deutschlands

Das Infektionsrisiko in anderen europäischen Ländern betrifft oft nur bestimmte Regionen, kann aber auch dort lokal sehr unterschiedlich sein. Für begrenzte Regionen besteht ein FSME Risiko unter anderem in Teilen Schwedens, von Dänemark, Österreich, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, aber auch z.B. im Norden von Italien.

zecken de fsme risiko 2018 rki 600pxRot markiert: FSME-Risikogebiete nach Robert-Koch Institut bis 2016. Bild-Quelle: www.zecken.de

 

Gegen alle Zecken vorbeugen - Anti-Zeckenmittel im Test

Bei Hunden helfen eine Reihe von "Spot-on" Präparaten bzw. speziellen Halsbändern. Leider schnitten im Test von 2017 der österreichischen Zeitschrift "konsument.at" (vergleichbar zu Stiftung Warentest) die sanften Mittel nicht besonders gut ab. Wirksam waren vor allem "chemische Keulen". Der Testergebnisse selber können kostenpflichtig abgerufen werden. Doch der SRF berichtet über hilfreiche Produkte im Test, die in der Schweiz (und die meisten auch in Deutschland) erhältlich sind.

Ein allgemeiner Schutz für Menschen, von den Plagegeistern gepiesackt zu werden, sind Abwehrsprays gegen Zecken. Die Stiftung Warentest hat solche Mittel gegen Zecken im im Jahr 2017 getestet. Eine Garantie für die Wirksamkeit gibt es natürlich auch bei diesen Mitteln nicht. Wichtig ist dabei die Konzentration des Wirkstoffs, die nicht in jedem Präparat gleich hoch ist. Genauso wichtig ist allerdings auch die richtige und flächendeckende Besprühen bedrohter Körperteil. Im Test wurden einige Mittel deutlich abgewertet. Die besten Mittel konnten Zecken aber über mindestens fünf und zum Teil bis zu acht Stunden abhalten ( kostenpflichtiger abrufbar unter test.de/zeckenmittel).

 

Vorbeugen gegen FSME  - Impfung beim Menschen ist möglich

Gegen die Gefahr einer Borreliose kann man Hunde impfen, Menschen bisher noch nicht. Kurioserweise gibt es für FSME noch keine allgemeine Schutzimpfung für Hunde, für Menschen hingegen schon. Hunde scheinen nach einer FSME-Infektion nur selten Symptome zu zeigen. Einzelne klinische Fälle sind bisher speziell bei großen Hunderassen bekannt, die unbehandelt allerdings auch tödlich enden können.

Empfohlen wird beim Menschen eine Impfung speziell für Personen, die durch FSME beruflich gefährdet sind wie zum Beispiel im Forst bzw. der Landwirtschaft. Bei Reisen in die Natur in FSME-gefährdete Regionen von Urlaubsländern sollte man sich von einem Arzt bezüglich einer möglichen Schutzimpfung beraten lassen.

In der Regel sind drei Impfungen notwendig, um den vollen Impfschutz zu erreichen. Nach der ersten Impfung findet entsprechend dem klassischen Schema die zweite ein bis drei Monate später statt. Die dritte Impfung ist dann - je nach Impfstoff (s.u.) - fünf bis zwölf bzw. neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung fällig. Der Impfschutz hält dann mindestens drei Jahre.

Die aktuellsten Daten, Grafiken und Antworten zu vielen häufigen Fragen rund um die FSME-Impfung findet man hier auf der Website des Robert-Koch Instituts.

Anzeige

Diese Seite verwendet Cookies (Details einsehen). Durch den Besuch der Website stimmst Du der Cookie-Nutzung zu.