Der milde Winter der vergangenen Monate, teils ohne Schnee und mit wenig Bodenfrost ergibt zusammen mit frühlingshaftem Wetter im März eine interessante Grundlage für die neue Zeckensaison. Neben "Klassikern" gibt es auch Warnungen vor relativ neuen Plagegeistern, auf die man achten sollte. 

Aufgrund der Witterung verlassen in diesem Jahr einige Zecken bereits frühzeitig ihren "Wintermodus" und starten Ihre Aktivitäten in Wäldern und in städtischen Parks. Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) meldet, dass selbst im Ballungsraum Berlin laut einer Untersuchung fast alle Hunde mehr oder weniger von Zecken befallen seien.

Zu den bekannten Plagegeistern kommen inzwischen zusätzliche und besonders fiese Gesellen. Am häufigsten macht es sich aber laut BfT weiterhin die Schildzeckenart Ixodes ricinus, besser als Holzbock bekannt, auf einem Wirtstier gemütlich. Daneben ist die Auwaldzecke sehr bekannt, die durch ihr marmoriertes Rückenschild auffällt und deshalb auch als Buntzecke bezeichnet wird. Insgesamt sind von den weltweit über 800 bekannten Zeckenarten 20 in Deutschland heimisch.

 

Die "Klassiker" und Ihre Gefahren

Die Zecke ist leider ein Hungerkünstler und kann warten. Etwa 90 Prozent ihres Lebens verbringt sie nicht auf ihrem Wirt, sondern in dessen Umfeld. Dort kann sie über ein Jahr lang ohne Nahrung unbeschadet überstehen. Der eigentliche Zeckenstich hat zwar für die Tiere nur geringe Folgen. Die Blutsauger können aber mit dem Biss Erreger übertragen, die bei Mensch und Tier gefährliche Infektionen auslösen.

In unseren Breitengraden ist laut laut BfT weiterhin die Borreliose von großer Bedeutung, die vom Gemeinen Holzbock übertragen wird. Außerdem ist diese Zeckenart für die Übertragung von FSME-Viren verantwortlich, die beim Menschen eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute hervorrufen können. Für Bewohner von FSME-Risikogebieten sei deshalb die Impfung in jedem Fall empfehlenswert. Ein Impfstoff für Tiere stehe jedoch nicht zur Verfügung. 

Die Auwaldzecke ist dafür bekannt, dass sie die Erreger der Babesiose überträgt. In Mittelmeerländern spielt darüber hinaus die Ehrlichiose eine Rolle. Solche Parasitosen gewinnen durch den vermehrten Import von Hunden auch bei uns an Bedeutung. Zunehmend rückt auch eine weitere Infektionserkrankung, die Anaplasmose, in das Blickfeld der Veterinärmedizin.

 

"Dogs" berichtet über eine neue Zeckengefahr aus dem Süden

Durch Klimawandel und Hundetourismus tauchen auch laut der Zeitschrift "Dogs" in Deutschland  bislang unbekannte Schmarotzer auf. So sei die Braune Hundezecke ein unscheinbarer Exot, der bisher nur aus Südeuropa bekannt war. In den letzten Jahren kommt sie laut "Dogs" vor allem als Reisesouvenir zu uns und auch sie überträgt die Erreger der sogenannten Hundemalaria oder Babesiose. In der aktuellen März-Ausgabe (02/2014) klärt "Dogs" genauer, von welchen Parasiten besondere Gefahr für Mensch und Hund ausgeht.

Dazu gehört auch der Hundehautwurm, der bis vor kurzem noch ein Unbekannter in unseren Breiten war. Jetzt haben laut dem "Dogs"-Artikel Wissenschaftler der FU Berlin diesen Parasiten, der über Stechmücken übertragen wird, bei Hunden im Berliner Raum gefunden und warnen. Der Wurm könnte auch für Menschen eine Gefahr bedeuten. Sticht eine Mücke den infizierten Hund und anschließend Herrchen, gelangen die Larven des Erregers laut "Dogs" in die Blutgefäße des Menschen und in verschiedene Organe, zum Beispiel in die Haut, in das Auge oder in innere Organe. Hunde zeigen juckende Hautveränderungen und Knoten in der Haut, die häufig mit Tumoren verwechselt werden. Der Wurm kommt ursprünglich aus Südeuropa und Afrika. Wurmmittel gegen ihn gibt es beim Tierarzt.

 

Der Basis-Schutz für Mensch und Hund

Der Basis-Schutz für Menschen und Hunde vor der Zeckeninvasion muss jedes Jahr neu trainiert werden. Regelmäßig sich und den Vierbeiner nach den hungrigen Spinnentieren abzusuchen und die Plagegeister rechtzeitig "abzusammeln, daran sollte man im Frühjahr bei einer kurzen Rast und nach dem Spaziergang immer denken.

Für Hunde, die sich viel im Freien aufhalten, gibt es eine Reihe Zecken abwehrende oder abtötende Präparate, die bei Gebrauch allerdings über die gesamte Zeckensaison hinweg angewendet werden müssen, um dauerhaft einen guten Schutz zu ermöglichen. Der Bundesverband für Tiergesundheit empfiehlt, sich dabei exakt an die Anwendungsempfehlungen zu halten, um einen möglichst lückenlosen Zeckenschutz zu gewährleisten. Bei besonders gefährdeten Hunden hält er eine Borreliose-Impfung für empfehlenswert. Für Menschen gäbe es diesen Schutz allerdings nicht.

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