Hundebesitzer, jetzt müssen wir ganz stark sein. Nach den diversen lehrreichen und schnuckeligen Lifestyle-Zeitschriften für Hundefreunde soll nun eine neue Zeitschrift das Licht der Pressewelt erblicken: "Kot & Köter - Die Zeitschrift für den Deutschen Hundefeind".

Der Hamburger Journalist Wulf Beleites mag offensichtlich keine Hunde. Etwas staatsmännischer formuliert: Er freut sich auch nicht gerade über die zunehmende Vermenschlichung des Hundes und den teilweise überhöhten Stellenwert, den Vierbeiner bei manchen Besitzern einnehmen.

Beleites hatte bereits in den Neunziger Jahren aus einer Bierlaune heraus den Titel "Kot & Köter" rechtlich schützen lassen und hatte dann ein interessantes Experiment gestartet.

Die damals den ganzen Nachmittag über TV-Bildschirme flimmernden Talkshows, vor allem bei Privatsendern, waren ständig auf der Suche nach brisanten Themen und Provokation. Als selbst ernannter Experte wurde Beleites jahrelang zu Radio- und TV-Sendern eingeladen, um in Talkrunden den "Bad Guy" zu spielen, über den sich Tierschützer und Hundebesitzer aufregen können. Man sollte vielleicht fairerweise ergänzen - auch um Millionen von Menschen aus der Seele zu sprechen, die mit bellenden Hunden, deren "Tretminen" auf Straßen und in Parks sowie mit einigen Hundebesitzern keine guten Assoziationen verbinden.

Nun will Beleites Ernst machen. Auf der sogenannten Crowdfunding-Plattform "Krautreporter" sammelte er für die erste Ausgabe erfolgreich über 7000 Euro von Unterstützern ein. 

Das angestrebte publizistische Gegengewicht zu Zeitschriften der Hundefreunde zeigt auf der eigenen Homepage von "Kot & Köter" schon mal einige sehr provokante und einige auf den ersten Blick zumindest satirische Artikel wie "Der tut nichts, der will nur spielen: Die Phrasen der Hundehalter und zwanzig schlagkräftige Antworten" oder "Deutschland: Bekiffte Tölen - Die Wahrheit über den sogenannten Drogenspürhund".

Ob sich für dafür und für hintergründige Berichte ("Die Rolle des Hundes im Rotlichtmilieu",) oder Alltags-Tipps wie "Sport:  Das kleine Notwehr-Set für Jogger" genügend Leser finden werden?

Bevor bei einigen Hundefreunden nun die Emotionen hochgehen, erst mal ruhig, ganz ruhig: Es gilt die Regel: Provokation gehört zum Geschäft und  Satire sowie Meinungsfreiheit sind ein hohes Gut. Es bleibt abzuwarten, wie viel Substanz diese Zeitschriftenidee am Ende haben wird. Wer weiß, vielleicht kann auch mancher Hundebesitzer über die ein oder andere Geschichte und Beobachtung schmunzeln oder (heimlich) zustimmend nicken.

(wok, wunsch-hund)

 

Diese Seite verwendet Cookies. Durch den Besuch der Website stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu: Datenschutzeinstellungen