China - Tierschutz: China verändert sich und mit dem Erwachsen einer neuen Mittelschicht in den größeren Städten verändert sich offensichtlich auch die Haltung zum Tierschutz. Inzwischen liegt in China ein Gesetzesentwurf vor, in dem der Verzehr von Hunden und Katzen verboten werden soll.

Nach Informationen der Website german.china.org.cn sieht das Gesetz zudem vor," dass Menschen, die beim Verzehr von Hunde- oder Katzenfleisch erwischt werden, für bis zu 15 Tagen inhaftiert werden können und 5000 Yuan (520 Euro) Strafe zahlen müssen. Organisationen oder Gruppen, die diese Regelung verletzten, werden mit 10.000 Yuan (1040 Euro) bis 500.000 Yuan (52.000 Euro) belangt".

In China könnte es dafür neben Motiven wie der Außendarstellung Chinas in anderen Teilen der Welt und neben der sich zunehmend verändernden Einstellung zu Haustieren vor allem in mittelständischen Bevölkerungsschichten auch noch weitere Beweggründe geben. Einem Bericht der Chongqing Evening News zufolge würde sich durch ein solches Gesetz die China National Native Produce & Animal By-Products Import & Export Corporation "derweil die Hände reiben". Durch den Schutz bestimmter Tiere würde das Handelsvolumen von Daunen und Kaschmir von Gänsen und Kaschmirziegen steigen - bezogen auf den riesigen nationalen Markt in China ein nicht unbedeutendes Volumen.

Noch ist das Gesetz nicht verabschiedet, auch weil noch weitere Bestandteile des Gesetzes umstritten sind. So könnte zukünftig der Missbrauch, die Verletzung bzw. das Töten von Tieren auf grausame Art bestraft werden, was auch Regelungen zur medizinischen Versorgung der Tiere, Tiertransporte und Schlachthäuser beinhalten könnte.

Man muss abwarten, welche Interessengruppen sich in China letztendlich durchsetzen werden bzw. wie viel Tierschutz zumindest formal im Gesetz festgehalten wird. Wer die jahrzehntelangen Diskussionen und Rückschläge bei den Menschenrechten in China in Erinnerung hat, wird auch der praktischen Umsetzung eines solchen Gesetzes mit einer gesunden Portion Misstrauen begegnen. Das ist aber kein Grund, sich nicht über einen Schritt in die richtige Richtung zu freuen. 

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