Tiere sind keine "normalen" Geschenkartikel. Das gilt auch speziell für Hunde und Katzen, die häufig auf dem Wunschzettel von Kindern stehen. Darauf weisen in diesem Jahr erneut diverse Verbände hin.

Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) weist darauf hin, dass der Kauf eines Hundes oder eines anderen Tieres zu jeder Zeit des Jahres gut überlegt und geplant sein sollte: „Wer Heimtiere ohne Beratung und Zustimmung des Beschenkten verschenkt, ist kein Tierfreund. Eine glückliche Beziehung zwischen Tier und Mensch kann nur entstehen, wenn die Tiere artgerecht gehalten werden. Dafür benötigen Tierfreunde gute Kenntnisse über die Bedürfnisse ihrer Heimtiere“, erklärt Jörg Turk, stellv. ZZF-Geschäftsführer. 

Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist der Meinung, Welpen seien generell keine Weihnachtsgeschenke. Sowohl die Anschaffung eines Hundes müsse gründlich überlegt und geplant sein - besondere Vorsicht sei jedoch auch bei der Anschaffung geboten. Die Tierschützer warnen vor dem illegalen Hundehandel: Welpen, die billig im Internet oder über Zeitungsinserate offeriert werden, stammten meistens aus osteuropäischen Massenzuchtanlagen.

Seit der EU-Erweiterung ist der illegale Handel mit Hundewelpen besorgniserregend gestiegen. Viele der Tiere stammen aus tierquälerischen Massenzuchtanlagen in Osteuropa und gelangen durch Zwischenhändler nach Deutschland. Diese Welpen haben Schlimmes erlebt: Sie sind krank, unterernährt und geschwächt vom langen Transport. Zu früh von ihrer Mutter getrennt und nicht ausreichend gegen Tierseuchen geimpft, überleben sie häufig nicht.

"Die Haltung eines Hundes bedeutet Freude und Bereicherung, aber auch Verantwortung für viele Jahre, die bereits vor der Anschaffung beginnt", erklärt Birgitt Thiesmann, Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN. "Wir warnen vor dem unüberlegten Kauf von Welpen ungeklärter Herkunft, denn dieser kann - wenn auch unbeabsichtigt - das skrupellose Geschäft mit den Hunden ankurbeln. Besondere Vorsicht ist vor allem bei den "Züchtern" geboten, die gleich mehrere Rassen über das Internet anbieten."

Vor der Anschaffung eines Hundes sollte sich der künftige Halter zudem umfassend über die Bedürfnisse und Verhaltensweisen des Wunschtieres informieren und genau prüfen, ob es zur Familiensituation und zum Lebensstil passt. Hunde haben je nach Rasse sehr unterschiedliche Wesenseigenschaften. Von spontanen oder aus Mitleid getätigten Käufen ist deshalb unbedingt abzusehen.

Um sich in ihrer neuen Umgebung einzugewöhnen, brauchen Hunde Ruhe, Geduld und Verständnis. Die meist turbulenten Weihnachtstage sind deshalb nach Meinung von VIER PFOTEN kein guter Start für den Aufbau einer vertrauensvollen Mensch-Tier-Beziehung. Häufig reagierten sie gestresst und zeigten Verhaltensweisen, die die neuen Besitzer überraschen und überfordern. Nicht selten landeten Hunde, die zu Weihnachten noch den Gabentisch bereicherten, bereits im Januar in einem der ohnehin überfüllten Tierheime.

VIER PFOTEN empfiehlt deshalb eine Alternative zum Hundekauf zu Weihnachten: "Als Geschenk eignet sich ein altersgerechtes Fachbuch über das Wunschtier. So hat die Familie Zeit, alle Fragen rund um den neuen Mitbewohner zu klären und sorgfältig abzuwägen, ob man ihm wirklich ein artgerechtes Zuhause bieten kann. Ist die Entscheidung für einen Hund gefallen, empfehlen wir, ihn aus einem gut geführten Tierheim zu holen. Denn dort wartet eine Vielzahl von kleinen und großen Vierbeinern sehnlichst auf ein neues Zuhause", so Birgitt Thiesmann.

Siehe auch: Weihnachtsgeschenke-Tipps für Hund und Besitzer

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