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Hunde standen ja bei der italienischen Bahn im Verdacht, Bahnwaggons mit Ungeziefer zu verunreinigen. Ab Winter 2008 wollte Italiens staatliche Eisenbahn Trenitalia deshalb ihre Reisebestimmungen für Hunde und andere Haustiere deutlich verschärfen.Jetzt werden wohl doch einige Zugeständnisse für Reisende mit Vierbeinern umgesetzt.
Größere Hunde sollten ursprünglich ab 1. Oktober 2008 überhaupt nicht mehr in der staatlichen Trenitalia mitreisen dürfen, ausgenommen von der Größenbegrenzung sollten lediglich Blindenhunde sein. Ansonsten war geplant, dass zukünftig nur noch kleine Hunde bis zu einem Gewicht von sechs Kilogramm weiterhin in einem Transportbehältnis mitgenommen werden dürfen.
Laut Berichten der italienischen Zeitung "Corriere della
Sera" wurden die Regeln für Hundebesitzer nun nachträglich entschärft. Diesen Berichten zufolge sollen nun auch über Ende 2008 hinaus größere Hunde transportiert werden. In den IC-, IC-Plus- und Expresszügen muss aber für große Hunde im Gegensatz zu kleinen Vierbeinern ein Ticket gelöst werden. Außerdem soll es eine Art Sonderwaggon in der Zweiten Klasse
für Hundebesitzer geben.
Vierbeiner unter sechs Kilogramm sollen laut "Corriere della
Sera", wie bisher auch schon vorgesehen, in allen Zügen
kostenlos mitfahren, wenn sie in Spezialboxen transportiert werden. In Regionalzügen
hingegen reisen wohl auch zukünftig größere Tiere ohne Box oder Spezialwaggon, allerdings nur
mit Leine und Maulkorb. Keine freie Fahrt wird es für Hunderassen geben, die als gefährlich eingeschätzt werden (z.B. Pitbull, Dobermann, Rottweiler etc.).
Unklar scheint noch, ob für Hunde zukünftig eine Tierarzt-Beschenigung vorgezeigt werden muss, in der ansteckende Krankheiten beim Hund ausgeschlossen werden. In der ursprünglich vorgesehenen Regelung sollten ab November 2008 Hundebesitzern, die mit ihrem Tier aber ohne Bescheinigung des
Tierarztes im Zug angetroffen werden, eine Strafe von
100 Euro drohen.
Bei grenzüberschreitenden Zügen für Ferien-Urlauber können mit den Bahnen anderer Länder auch generell abweichende Absprachen getroffen werden. Zusätzlich zu allgemeinen Reiseinfos zu Italien heißt es also, sich auch zum Thema Hund rechtzeitig zu informieren. Deshalb ist es empfehlenswert, sich vor zukünftigen Zugreisen mit Hund
nach Italien diesbezüglich an die Bahn des Landes zu wenden, bei der
Sie die Ferien-Reise buchen wollen. Für Reisen mit der italienischen Bahn und für die sich gelegentlich in der Praxis ändernden Beförderungs-Details sollte entsprechend der Reiseveranstalter oder die Trenitalia selbst befragt werden.
Der offizielle Grund für die gesamte Neuregelung war nach Angaben der italienischen Bahn,
dass die staatliche Eisenbahngesellschaft jedes Jahr für die Reinigung
ihrer Züge fast 200 Millionen Euro aufwenden würde, ähnlich zu den
Ausgaben anderer Bahnen in Europa. Trotzdem hätten alle Bemühungen
bisher nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Die neuen Maßnahmen zielten
demnach auf die Herstellung der bisher offensichtlich nicht immer
gewährleistete Hygiene und auf einen verstärkten Kampf gegen Flöhe und
andere kleine Schädlinge in den Waggons italienischer Bahnen.
Der italienische Tierschutzverband Enpa scheint zusammen mit den Protesten von Hundebesitzern nun erfolgreich einen Kompromiss bei den neuen Regelungen mit der
italienischen Bahn erreicht zu haben. Tierfreunde in Italien hatten sich unter anderem beklagt, die Trenitalia würde Hunde als Sündenböcke für ihr eigenes bisheriges Versagen bei der Reinhaltung der Züge missbrauchen. Dreck und Ungeziefer würde auf vielen Wegen in die Bahnen gelangen.
(wok)
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