Na, da schaudert es doch wohlig. Stern, Spiegel, Focus und die Boulevardpresse sowieso locken den Leser im Halloween-Monat mit der schön gruseligen Meldung: Hässlichster Hund der Welt ist tot. Wetten, in vier Wochen hätte dort eine andere Schlagzeile gestanden? Ich kann mir auch schon so ungefähr denken, welche das sein könnte.

Der Inhalt der aktuellen Meldung ist, verkürzt gesagt, dass ein dreibeiniger chinesischer Schopfhund (zusätzlich ein Auge von einer Katze gelyncht) an Krebs gestorben ist. Seine Hunde-Pflegerin wollte mit der im Sommer bei einer makabren Hässlichkeits-Wahl errungenen Publicity auf den Hund aufmerksam machen und mit dem Preisgeld eine Operation für ihn zahlen. Dem Vernehmen nach wurde der chinesische Schopfhund vom Vorbesitzer in einer Kiste in seiner Garage versteckt, weil dieser ihn so abstoßend gefunden hätte. So weit, so abstoßend.

Abgesehen davon, dass ich wirklich nicht viel von dieser abstrusen Rassezüchtung halte, aber das arme Tier konnte nun wirklich nichts für seine Leiden zu Lebzeiten.

Damit wären wir beim gefühlten Dezemberbericht in der Tagespresse zu solchen Themen. Mal sehen, kurz vor Weihnachten, da passt das mit dem hässlichen Hund nicht so ganz. Höchstens, wenn er gerade gerettet worden wäre. Besser, doch weihnachtlich medial gesehen noch nicht optimal wäre das Entsetzen über Leute, die einen durch Tumor verstümmelten Hund in ihre Garage wegschließen.

Am besten wäre für die Zeit kurz vor Weihnachten wohl, die neue Besitzerin zu feiern, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten um ihn gekümmert hat. Ich bin mir fast sicher, daß sich einige Redaktionen die Story für "Notzeiten" auf Wiedervorlage legen.

Da das bei den aktuellen reißerischen Meldungen zu kurz kommt, sollte man vielleicht auf etwas hinweisen. Das oben beschriebene Tier ist bestimmt kein Einzelfall. Wer anfängt, sich für seinen alten oder behinderten Hund zu schämen, wer sich vor ihm ekelt oder wem einfach nur ein erhöhter Aufwand zu viel ist, sollte das Problem für sich und das Tier nicht durch Vernachlässigung noch schlimmer machen.

Wenn gar nichts mehr geht, kann man immer noch versuchen, sich mit dem Hund zu einem Tierheim zu begeben. Ja, das traut man sich in der Regel nicht, verständlich. Trotzdem ist das besser, als sich wegen Tierschutz-Bedenken anschwärzen zu lassen, oder? Ach ja und nicht vergessen, Merkzettel schreiben: Keinen Hund mehr kaufen, lieber mehr shoppen gehen.

(Blog-Hund: wok)

 


Anzeige

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste (Weitere Infos). Mit der Website-Nutzung erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.