Eigentlich sollte es ja etwas Positives sein, wenn man sich einen Hund anschafft. Meist wird es auch augenzwinkernd so gemeint, wenn in diesen Fällen davon gesprochen wird, man sei auf den Hund gekommen. In allen anderen Fällen dagegen steht die Redewendung für sehr schlechte wirtschaftliche oder oder gesundheitliche Lebensumstände bzw. Situationen. Warum nur?

Wenn man diverse Online-Nachschlagewerke wie Wikipedia oder Wiktionary durchsucht, kommt man auf diverse eher unschöne Deutungen für die Herkunft. Nur einige davon haben aber auch wirklich etwas mit den Fellnasen selbst  zu tun.

Das gilt vor allem für dieses Beispiel einer Deutung. Wenn sich im Mittelater Bauern als Zugtier kein Pferd und dann irgendwann auch keinen günstigeren Esel leisten konnten, griffen sie demnach manchmal in der Not auch auf einen Hund als Zugtier zurück. Das Hundefuhrwerk war nur noch eine kleines Stück von der endgültigen Armut entfernt, man war auf den Hund gekommen. 

Eher für Sprachwissenschaftler interessant sind folgende Varianten. Man verweist zum Beispiel auf die Sprache der Bergmänner, wonach diejenigen, die nicht mehr stark genug waren, um Erz oder Kohle aus der Erde zu Hauen,  zum schlecht entlohnten Wagenschieben oder auch "Huntstoßen" wechselten.

In einer Sprach-Version aus dem Oberdeutschen geht es dagegen um Eheleute und eines ihrer wichtigsten Möbelstücke. Hatte das Paar die Stoffe und Kleider ihrer Aussteuer-Truhe nach und nach aufgebraucht, weil kein Geld für den Erwerb neuer Waren blieb, waren sie  am Boden der Truhe angelangt. Der Begriff "hunden" wurde demnach im schwäbischen Dialekt identisch mit unten verwendet.

Am charmantesten und damit der Favorit könnte vielleicht die überlieferte Sitte im Mittelalter sein, den Boden von Kriegskassen oder Schatztruhen mit dem Abbild eines Hundes zu versehen, der symbolisch das Geld in der Truhe vor Dieben bewachen sollte. War man beim Geldausgeben am Bild angekommen, war nichts mehr da. Man war auf den Hund gekommen.

Beim Hund als symbolischen Bewacher von Schätzen kommt dieser wohl noch am besten weg. Diese Variante sei also hiermit zum Weiterverbreiten empfohlen ;-). Halten wir jedenfalls mal fest: Wenn ein Mensch auf den Hund kam, war er in früheren Zeiten in der Regel selbst schuld und nicht das Tier. 

Das ist ja heute nicht anders. Er hätte ja stattdessen auch eine Katze kaufen können. Wieso gibt es über die Stubentiger-Fraktion eigentlich keine ähnlichen Sprüche? Die kann keinen Karren ziehen und Schätze bewachen schon mal gar nicht, ist doch klar!

(Blog-Hund: marki) 


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