Wer sich beklagt, daß Hunde in der heutigen Zeit außer Futter betteln und Tauben im Park jagen kaum noch echte Aufgaben haben, der sollte froh sein, nicht (ohne Hund) in Australien leben zu müssen. Klagt man in unseren Breiten gerne mal über eine Ratten- oder Taubenplage in Großstädten, hat man Down Under ganz andere Probleme. 

Laut AFP hat das beherzte Eingreifen eines Hundes seiner 65-jährigen australischen Besitzerin schlicht ihr Leben gerettet. Irgendwo in der Pampa von New South Wales wurde die Farmerin von einem "Basketball-Känguruh" angegriffen, will sagen, im Känguruh-Format 2 Meter hoch und rund 100 Kilogramm schwer. Das Tier sprang den Berichten zufolge hoch und schlug bzw. trat die Frau zu Boden und verursachte bei ihr Gesichtsverletzungen und eine Gehirnerschütterung, bevor ihr Hund herbeiraste und das Känguruh laut bellend vertrieb. 

Mangels natürlichen Feinden haben sich die auf den ersten Blick sehr niedlichen Tiere zum Teil dramatisch vermehrt und belagern unter anderem auch Verkehrswege. Nach Angaben der Bewohner müssen diese oft auf Straßen Slalom fahren, um Beuteltieren auszuweichen. 

Klingt nicht so, als wäre die Biosphäre im Outback so richtig im Gleichgewicht. Der Fall zeigt aber auch, was in früheren Zeiten Hunde mit "echten" Aufgaben auszeichnete. Wachsamkeit, Mut und Verbundenheit mit ihrem "Rudel", bis hin zur Gefährdung des eigenen Lebens im Tausch für Geborgenheit, Futter und Schutz vor der Witterung.

Kein Wunder, dass die Schnuckels seit zigtausend Jahren unser Lieblingshaustier sind. So viele Leute kennt man ja schließlich auch nicht, die einen gegen ein Zwei-Meter Känguruh zur Seite stehen. Wenn manche schlecht erzogenen Fellnasen nur nicht dauernd andere schwer schleppenden "Beuteltiere" wie Briefträger mit Känguruhs verwechseln würden...

(Blog-Hund: wok) 


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