Klar, es gibt dafür nicht das allgemein gültige Rezept. Manchmal ist es einfach, als Außenstehender Ratschläge zu geben, klappt leider nicht immer. Zwei Beispiele:

In Österreich ist eine Frau durch mehrere Hundebisse an den Armen schwer verletzt worden. Die Frau wollte zwei kämpfende Hunde trennen. Der zu "Besuch" befindliche Hund griff die Frau an.

OK, Pitbull und Stafford während eines Keilerei zu trennen, ist keine gute Idee. Aber das hängt nicht unbedingt an der Rasse, man sollte den Versuch zumindest bei unangeleinten Hunden nach Möglichkeit vermeiden. Entweder, der eigene Hund bekommt durch ein eventuelles Herausziehen erst den entscheidenden Nachteil in der Bewegungsfreiheit und kriegt erst recht einen Biss ab. Oder man selbst gerät zwischen die Fronten und gerät in Bissgefahr. 

Doch was tun? Sich verbal einmischen und den hoffentlich verfügbaren Besitzer des anderen Hundes zu Hilfe bitten kann helfen, muss aber nicht. Wenn keiner der Hunde extrem aggressiv ist und sich nicht in die Enge getrieben sieht, gehen solche Kämpfe zum Glück meistens glimpflich aus. Beide Hunde müssen den PLatz und die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen. Im oben genannten Fall, wenn einer der Hunde stark auf Aggression getrimmt sein sollte, macht man sich aber vielleicht ernsthafte Sorgen um Leben und Gesundheit des eigenen Hundes. Sorry, da traue ich mir keinen allgemeinen Rat zu, höchstens: Bitte bevor etwas passiert, einen Hunde-Profi fragen, der auch den eigenen Hund begutachtet. 

Zweites Beispiel: Bei einem Unfall mit einem zweijährigen Mädchen in Bielefeld geht ein Kind mit Opa und seinem angeleintem Schäferhund spazieren. Am Eingang einer Werkstatt läuft das Mädchen solo um eine Ecke und erschreckt dabei einen angeleinen spanischen "Galgo". Der Hund springt das Kind an und beißt ihm ins Gesicht. Erhebliche Verletzungen, Rettungswagen, das ganze Programm.

Der Hund war beim Eintreffen der Polizei friedlich und ruhig, vermutlich war das vom Hund aus eine klassische Angst-Aggression. Mit ein bisschen Zufall hatte der Galgo noch eine Straßenhund-Vergangenheit in Südeuropa, bei der er Verfolgung und Aggression am eigenen Leib erfahren hat und entsprechend schreckhaft reagiert. 

Was macht man da? Ein Kind nicht mehr frei laufen lassen? Manche Unfälle sind zwar schwer vorauszusehen und zu verhindern. Kleine Kinder in unübersichtlichen Situationen eng bei sich zu halten kann natürlich helfen. Einen Hund in "sicheren" Ecken anzuleinen, in denen keine Überraschungsgefahr droht, jedoch auch.

Aber auch andere Alltagssituationen sind manchmal schwer einzuschätzen. Man sollte als Hundebesitzer nach solchen Geschichten vielleicht etwas mehr Verständnis für vorsichtige Mütter haben, die ihr kleines Kind im Park zu sich rufen, wenn ein Hund in die Nähe kommt. Erst recht wenn Kinder im Sommer Eistüten oder andere Leckereien in der Hand haben. Wildes Herumgefuchtel mit der Eistüte kann ein Hund leicht als "hier ist das Futter" deuten. 

Also, Hundemenschen, nicht nur nach gutaussehenden Joggern / Joggerinnen Ausschau halten...

(wok Blog) 


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