Kurz nach dem ersten "Sputnik-Schock" legte die Sowjetunion erneut nach und schickte am 3. November 1957 mit der Straßenhündin Laika das erste intelligente Lebewesen per Satellit von der Erde ins All. Ein weiterer Schlag im technologischen Wettkampf mit den USA und eine Vorbereitung darauf, später Menschen in den Weltraum zu transportieren.

 

Laika bedeutet auf Russisch "Kläffer". Hundefänger hatten das Tier in Moskaus Straßen gefangen. Die Vorbereitung des Hundes auf den Flug wurde auf kurze und intensive Tests begrenzt. Zumal keine lebende Rückkehr zur Erde vorgesehen war. Die Techniker konnten die Raumkapsel nicht in wenigen Wochen für eine erfolgreiche Rückkehr zur Erde weiter entwickeln, um die termingerecht geforderte Erfolgsmeldung für Sowjetchef Chruschtschow zu liefern. 

Laika wurde ein Versuchshund der besonderen Art. Eingeschlossen in der Raumkapsel beobachtete eine Kamera den Kosmonauten-Hund. Sensoren überwachten Herzschlag, Blutdruck und Atem der Hündin während des Weltraumfluges.  

Das offizielle Ende des Hundelebens wurde damaligen Angaben zufolge nach einwöchiger Mission im All durch vergiftetes Futter ausgelöst. Der am Sputnik-Programm beteiligte Biologe Malaschenkow räumte 2002 diese Version öffentlich aus.

Nach seinen Angaben starb Laika bereits nach wenigen Stunden Flug an einem Schock und an Erschöpfung. Die aufgezeichneten Herztöne von Laika waren in der vibrierenden Rakete auf dem Weg ins All kurz nach dem Start bis zu dreimal schneller als der normale Ruhepuls. Durch einen abgelösten Hitzeschild stieg die Temperatur zudem von 15 Grad auf bis zu 41 Grad. Nach wenigen Stunden im Weltall konnte die Bodenstation keinerlei Lebenszeichen des Hundes mehr aufzeichnen.

Die jährlichen Revolutionsfeierlichkeiten in der Sowjetunion hatten trotzdem ihr gefordertes Erfolgserlebnis. In den gleichgeschalteten Medien Russlands herrschte das Loblied auf den Triumph der eigenen Technologie. Im Westen empörten sich dagegen Tierrechtsgruppen und riefen die Öffentlichkeit zu Demonstrationen vor sowjetischen Botschaften auf. Allerdings entdeckten auch westliche Politiker ihre Tierliebe als Mittel im Propagandakrieg. 

Die Proteste der Tierschützer schmälerten die weltweite öffentliche Wirkung des Weltraumfluges trotz der Versicherungen von russischen Verantwortlichen, im Sinne des Tierschutzes alles Mögliche getan zu haben. Spätere Missionen wurden deshalb besser vorbereitet. Laikas Hunde-Nachfolger überlebten ihre Flüge und konnten zur Erde zurückkehren.

Was folgte, war die langfristige Vereinnahmung Laikas durch die sowjetische Regierung und ein fester Platz in der Historie der Weltraumfahrt: Das erste intelligente und hochentwickelte Lebewesen unserer Erde im Weltraum.

(News-Autor: wok)


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