Hunderassen-Gruppe: Terrier
Norfolk-Terrier und Norwich-Terrier waren bis Mitte des 20.
Jahrhunderts (September 1964) eine gemeinsame Rasse. Beide kommen aus der
Grafschaft Norfolk, die bei dieser Rasse namensgebend war.
Norfolk-Terrier - Mrs. Beasley - (Copyright: Shayanna)
Bereits im 19. Jahrhundert hielten die Bauern in East Anglia
in den Pferdeställen und Getreidefarmen kleine rote Terrier, die dem
Norfolk-Terrier sehr ähnlich waren. Sie sollten die Ratten und Mäuse auf den
Höfen kurz halten. Auch Zigeuner zogen mit kleinen Hunden über Land und boten
ihre Dienste als Ratten- und Mäusefänger an. Die Hunde wurden auch vermehrt zur
Jagd auf Fuchs und Kaninchen eingesetzt. Um 1880 begann die Zucht dieser Hunde
durch verschiedene Pferdeleute. Unter anderem wurde z. B. der Yorkshire-Terrier
und der Scottish Terrier eingekreuzt. Die Hunde wurden unter verschiedenen
Namen gehandelt, z. B. Trumpington-Terrier oder Cantab-Terrier. Der Name
Cantab-Terrier entstand, weil diese kleinen Terrier in Cambridge auch von den
Studenten gehalten wurden, um die Ratten und Mäuse in den Schlafsälen kurz zu
halten (Cantab ist die Abkürzung für Cantabrigiensis (lateinisch für Cambridge)
und steht üblicherweise hinter einem Abschluss, der an der Universität
Cambridge erworben wurde, in Klammern).
Ihren Namen erhielten diese kleinen Terrier von Frank Jones,
der um 1900 begann, diese Hunde zu züchten. Er machte diese Rasse sehr bekannt,
sowohl in England als auch in den USA. 1932 wurde in England der erste
Norwich-Terrier-Klub gegründet.
Zuerst wurden sowohl die stehohrigen als auch die
kippohrigen Hunde als eine einzige Rasse behandelt, so dass diese beiden
Varianten auch miteinander verpaart wurden. Diese Verbindungen brachten jedoch
keine gute Ohrenhaltung. Meist entstanden so genannte Flatterohren, also Ohren
die nicht stehen und nicht hängen. So begann man, die Varietäten getrennt zu
züchten. Bereits 1951 schrieb der englische Richter Leo Wilson, der die
Norwich-Terrier auf der Crufts richtete: “There is much more difference between
the prick- and the drop-eared varieties than merely their ears and this makes
judging very diffcult”[1] (deutsch: „Es gibt viel größere Unterschiede zwischen
den stehorigen und kippohrigen Varianten als nur ihre Ohren, und das macht es
sehr schwer, sie zu beurteilen“).
1957 wurde der erste Antrag gestellt, die Varietäten zu
trennen, im September 1964 war es endlich geschafft, die stehohrigen Hunde
behielten den Namen Norwich Terrier, die hängeohrigen den Namen
Norfolk-Terrier. 1979 wurde diese Trennung auch in den USA durchgeführt.
Die Hunderasse Norfolk-Terrier ist einer der kleinsten
Terrier (26 cm), also ein kleiner, tief gestellter, schneidiger Hund, kompakt
und kräftig in allen Schattierungen von rot, weizenfarben, schwarz mit
lohfarben oder grizzle. Sein Haar sollte nicht weich und plüschig sein sondern
hart, drahtig und dicht am Körper anliegend (siehe Rassestandard). V-förmig und
mittelgroße Ohren, an der Spitze leicht abgerundet, nach vorne fallend und gut
an den Wangen anliegend kennzeichnen den Hund.
Der Hund wird üblicherweise 12-16 Jahre alt (manche werden
bis zu 19 Jahre alt) und wiegt ungefähr 5-7 kg.
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