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Hunde als Müllsammler und Heiler

Eine in der ARD ausgestrahlte Film-Dokumentation zum Thema Hunde zeigte sehr anschaulich einige allgemein anerkannte Einschätzungen zur Wechselbeziehung zwischen Hund und Mensch. Aber auch bisher weniger bekannte Thesen und skurile Sonderfälle wurden dabei vorgestellt. 

Der Film mit dem Titel "Wie Hunde die Welt verändern" ging dabei nicht nur auf die bekannten Hunde-Jobs wie das Hüten von Schafen, die Jagd und Schutz- bzw. Wachhund-Funktionen ein.

Gerade der Beginn des Zusammenlebens zwischen Hund und Mensch ist immer noch umstritten. Lange galt als gängigste These, dass kleine Wolfswelpen von Menschen aufgezogen und gezähmt worden wären. Der Biologe Raymond Coppinger ist sich dagegen sicher, dass der Müll unserer Vorfahren vor etwa 15.000 Jahren die Wölfe in Menschennähe lockte. Möglicherweise profitierten damals besonders die Wölfe, die sich möglichst nahe an Menschen heran trauten - ein Phänomen, das Coppinger bei Hunden noch heute auf Müllkippen in Mexiko City beobachtet.

Die zutraulichsten Wölfe hatten demnach die besten Chancen auf große Anteile der von Menschen entsorgten Knochenreste und anderer essbarer Abfälle. So hätte sich für einige der Wölfe über die Zeit eine ganz natürliche Selektion ergeben, die diese Eigenschaften durch Vererbung förderte. 

Die Annäherung und Faszination für die Spezies Hund hängt generell stark von der kulturellen Prägung der jeweiligen menschlichen Gesellschaft ab. Dies zeigt sich auch heutzutage deutlich durch die unterschiedliche Wertschätzung von Hunden beispielsweise in Westeuropa im Vergleich zu anderen Regionen der Welt.

Doch Kult und Religion in Verbindung mit Hunden hat auch in Europa keine ausgeprägte kulturelle Tradition - anders als in Übersee. In einigen Teilen Mexikos werden die Hunde einer bestimmten alten Rasse von Nackthunden seit langem als mystische Tiere verehrt und auf alten Reliefs als heilige Tiere dargestellt. Manche Menschen schreiben den Welpen auch heute noch heilende Kräfte zu. Der Film zeigt ein Beispiel, in dem eine rheumakranke Frau sich zur erfolgreichen Linderung der Schmerzen die warmen Körper der kleinen Welpen auf ihre rheumatischen Gelenke legt. Quasi der Hund als Fangopackung. 

Bodenständiger und alltäglicher erscheint dagegen die Darstellung, wie Schlittenhunde den Inuit in der Arktis bis heute das Überleben sichern und wie sie vor den Zeiten der Motorschlitten für die Menschen schlicht überlebensnotwendig waren. Sie transportierten alles Hab und Gut, spürten die richtigen Stellen auf, an denen sich das Eisfischen lohnt und kämpften gemeinsam gegen Eisbären. 

Ähnlich faszinierend ist die Art, wie die Schäfer an den steilen Hängen Schottlands den Jagdinstinkt ihrer Border-Collies seit Jahrhunderten nutzen, damit diese durchtrainierten Hunde unermüdlich die ihnen anvertrauten Schafe dort zusammentreiben, wo Menschen das nicht bewerkstelligen könnten.

Mehr noch als bei den vielen unterschiedlichen Hunderassen von Zwerg-Terrier bis zur Dogge kann man bei diesen extremen Spezialisten unter den Hunden die Faszination festmachen für ein Tier, dass so viele anpassungsfähige Varianten mit besonderen Fähigkeiten im Zusammenleben mit dem Menschen entwickelt hat.

(wok)

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