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Typisch Schweiz - der Pflicht-Kurs für Hund und Halter
Darüber wird in Deutschland schon seit ewigen Jahren debattiert. Und wieder heißt es: "Wer hat´s erfunden?" Die Schweizer natürlich. Wenn die Alpen-Nachbarn etwas machen, stehen sie in dem Ruf, es gründlich zu tun. Hund und Halter müssen in Kürze zum Pflicht-Training. Was das wohl bringt?

Die obligatorische Hundeausbildung (siehe News-Bericht ) für Neu-Hundebesitzer ab 1.9.2008 wird spätestens bei der nächsten Hunde-Anschaffung auch die nach eigener Einschätzung "erfahrenen" Hundefreunde treffen. Unwahrscheinlich, daß da nicht noch irgendwelche Gruppen, Vereine und Verbände Ausnahmereglungen herausschlagen wollen.

Nun, wenn das Ganze nicht zur reinen Geldmacherei verkommt und die Schweizer es schaffen, flächendeckend eine fachlich und didaktisch passable Kurz-Einführung auf die Beine zu stellen, dürfte die Diskussion auch bei uns wieder an Fahrt aufnehmen. Zurecht, denn es gibt wohl kaum einen Bereich, wo sich fast jeder durch seine eigenen Erfahrungen mit mindestens einem Hund zum selbst ernannten Experten berufen fühlt. Weshalb er, wenn überhaupt, meist erst zum Fachmann geht, wenn es eigentlich etwas zu spät ist.

Es kann bestimmt nicht schaden, einen zukünftigen Hundebesitzer darauf hinzuweisen, was ein Hund neben Spaß und Spielerei an Verantwortung bedeutet. Genauso sinnvoll und interessant ist bei einem gut gemachten Kurs der Aha-Effekt aber wohl auch für viele erfahrenere Hundebesitzer, die dort noch etwas Neues über ihr Haustier und den Umgang mit ihm lernen können.

Wer sich allzu sehr darüber aufregt, er wäre durch seine jahrzentelangen "ich hab das immer schon so gemacht, der versteht mich" Erfahrungen zu überreif für so einen Kurs, der kann ja selbst sein profundes WIssen zukünftig in solchen Kursen weitergeben. Wen Zeit oder Geld reut, dem hilft vielleicht die Einsicht, dass man nur über eine allgemeine Verpflichtung die Spezialisten erwischt, deren Hunde aus Nichtwissen irgendwann mit Gewalt "behandelt" werden und / oder nach ein paar Monaten wieder im Tierheim auftauchen.

Abgesehen davon, das erhoffen sich die Schweizer nämlich auch, dass Besitzer ihre Hunde in der Öffentlichkeit besser im Griff haben sollen. Es könnte beispielsweise nicht schaden, wenn die Anzahl der Unfälle mit Hundebeteiligung zurückginge.  

Alle kriegt man nicht bekehrt. Aber die einigermaßen wohlwollende Mehrheit kann etwas über ihr Wunsch-Haustier lernen. OK, per Pflicht-Kurs, ist das so schlimm? Nein, eigentlich nicht. Aber für manchen ist es ärgerlich, der sich bereits absolut hundefit fühlt. Mal sehen, was die Schweizer daraus machen.

(Blog-Hund: wok) 

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