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Hat Guillermo Vargas einen Hund für die Kunst verhungern lassen?
Und ist das wichtig? Natürlich - aber fast genauso interessant ist die Frage, wie die Öffentlichkeit bei Tierschutz funktioniert. Zum Hintergund: Der Künstler Guillermo Vargas aus Costa Rica ließ im Jahr 2007 ein paar Kinder einen bereits halb verhungerten Straßenhund einfangen.  Diesen Hund kettete er in der städtischen Galerie an. Mit Trockenfutter schrieb er einen Satz an die Wand: "Du bist, was du liest". Einen Tag später war das Tier war tot, weil dem Hund in seinem geschwächten Zustand das Futter verweigert wurde. Spiegel online zitierte den Künstler zu dem Vorgang und zu seinen Beweggründen:

Der Künstler selbst wollte sich Journalisten gegenüber nicht zum Tod des Tieres äußern. "Ich werde nicht sagen, ob der Hund gestorben ist", sagte Vargas. Wichtiger sei in seinen Augen die Heuchelei der Menschen. "Wenn ich den Hund als Kunstobjekt vor eine Wand binde, wird er plötzlich zum Fokus. Wenn er in der Straße vor Hunger stirbt, kümmert das keinen." [...]
Auch in der Ausstellung habe niemand den Hund befreit oder ihm etwas zu essen gegeben. "Keiner hat irgendetwas unternommen", sagte der Künstler. Mit der Aktion habe er an den Tod von Natividad Canda erinnern wollen, so Vargas. Der Mann aus Nicaragua war von zwei Rottweilern angegriffen und getötet worden. "Die Menschen haben ihm erst Beachtung geschenkt, als er von Hunden gefressen wurde", so Vargas.

Tierschutz-Organisationen und Internet-Blogger forderten einen Boykott des Künstlers und einen Ausschluss von der bekannten Kunstausstellung "Bienarte". Auch in deutschen Blogs wurde das Thema eifrig diskutiert. Mir bleibt das makabere Statement des Künstlers "etwas im Hals stecken" und will da nicht mehr raus.

Denn unabhängig von der Frage, was Kunst darf und ob man mit öffentlich gemachter Grausamkeit und zur Schau gestellter Gleichgültigkeit nicht falsche Signale setzt: Täglich sterben unzählige Tiere unter ähnlichen Bedingungen, täglich sterben vor allem auch unzählige Menschen unter ähnlichen Bedingungen. Bekommt ein Einzelfall ein Gesicht und vor allem einen konkreten "Schuldigen", kann man leicht Tierschutz fordern. Man hat das Gefühl, etwas tun zu können und sich hinterher besser zu fühlen.

Für die Massen an No Names, die solch ein Schicksal erleiden, hat unser Bewusstsein keine Lösungsmöglichkeit und deshalb blenden wir das generelle Thema lieber aus. Jeder erinnerte sich (zumindest eine Zeit lang) an den Namen Dafur und die dortige Hungerkatastrophe, weil es erbarmungswürdige Bilder wochenlang in den Nachrichten zu sehen gab. In den Monaten und Jahren zuvor, als die Menschen dort ohne Nachrichten-Aufmerksamkeit litten, waren sie für uns unsichtbar.

Gib einem Drama die entsprechenden Bilder oder einen herausgehobenen Einzelfall wie diesen Hund ohne Futter verenden zu lassen - dann wird es sichtbar und das schlechte Gewissen holt uns ein, weil es uns gut geht. Und weil wir uns leicht auf die scheinbar richtige Seite stellen können und uns hinterher etwas besser fühlen. Aktiver Tierschutz oder langfristig angelegte Entwicklungshilfe ist dagegen immer im Dienst, auch wenn keiner hinguckt. Zeit, den eigenen Geldbeutel oder noch besser das konkrete eigene soziale Engagement ins Spiel zu bringen. Der beste Zeitpunkt dafür ist, wenn man sich gerade (gerne auch zurecht) über ein konkretes Drama aufregt. Stellvertretend für viele Organisationen, die sich neben Hunden auch um das Wohl aller anderen Tiere kümmern, deshalb hier der Link zum deutschen Tierschutzbund . Für Hunde-Futter und die Unterbringung von Hunden in Deutschland zu spenden oder aktiv mitzumachen wäre ja auch eine Idee ... 

(Blog-Hundeartikel von wok)

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Kommentare (12)Add Comment
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geschrieben von Saskia, April 18, 2008
Dieser Mensch ist doch ganz ehrlich geistesgestört!! Man sollte IHN anbinden und ihm nichts mehr zu Fressen geben! Eine absolute Schweinerei und niemand unternimmt etwas dagegen!!
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geschrieben von Sylvia Später, April 21, 2008
Wohin entwickelt sich die Menschheit weiter? Wie kann man von Menschen verursachtes Elent durch weiteres Elent an noch hilfloseren Geschöpfen vergrössern? Unsere Verrohung und Abgebrühtheit ist für mich nicht mehr in Worte zu fassen. Menschen, denen das Schicksal der armen Kinder gleichgültig ist, wird das Schicksal eines Strassenhundes noch weniger überzeugen, wie man ja auf Bildern der Ausstellung erkennen kann. Auch ich bin sehr dazu geneigt, diesen Künstler und andere Beteiligte zu hassen und ihm das gleiche Elend wünschen, jedoch ist das nicht die Lösung! Ich erkenne nur, wie weit weg diese Menschen von Gott oder dem Göttlichen in sich entfernt sind und eigentlich selber Hilfe brauchen. So möchte ich ihnen Liebe und Erkenntnis wünschen, auf dass sie aus ihrem Wahnsinn und der Un-wissenheit aufwachen, den Schmerz fühlen, den das Tier fühlte und Erkennen. Es geht darum, mehr Liebe in die Welt zu bringen und nicht mehr Hass!Das sehe ich als den richtigen Weg an!
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geschrieben von Doro, Mai 02, 2008
Der Vorfall mit dem Hund regt mich tierisch auf.
Ich weiß, dass täglich tausende Tiere und Menschen auf dieselbe Art und Weise verrecken und die ganze Welt schaut zu..tut sie das? Nein- nicht die ganze Welt.
Ich angagiere mich so gut es geht (aus zeitgründen momentan leider nur finanziell) in Sachen Tier- und Menschenschutz und ich bin sicher nicht die Einzige.
Vargas Kommentar finde ich recht dämlich.
Alle schauen zu und niemand tut etwas um das gefangene Tier zu befreien.
Wer hat das Tier gefangen und selbst zugeschaut? Nachdem ich diesen Kommentar gelesen hab beschleicht mich zumindest das gefühl, dass Vargas hier als Lehrer auftreten will, der allen zeigt, wie schlecht die Welt ist.
Hallo? Er ist doch selbst ein Teil der Menschen die zugeschaut haben, sollte also das Belehren lassen....
Ich kann doch nicht mit 180km/h durch eine Spielstrasse fahren, einige Kinder umnieten, dann aber einen anderen Autofahren dumm anmachen, wenn er zu schnell unterwegs ist.
In seinem Kommentar spiegelt sich viel
von der "Heuchelei der Menschen" von der er spricht wieder....
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geschrieben von sarah, Mai 28, 2008
ich weiß nicht was schlimmer ist, dass dieser "künstler" den hund dort angebunden hat und ihn verhungern lies, oder das keiner der besucher dem hund geholfen hat.
tiere sind auch lebewesen und fühlen genauso wie wir.

ich finde es erschreckend/beängstigend, das die menschheit sich nur mehr für sich selbst interresieren und so engstiernisch/ichbezogen durchs leben gehen.

und egal ob mensch oder tier, jeder hat ein recht zu leben.
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geschrieben von Ricarda ?, Juni 01, 2008
also ich finde, dass der typ ein echtes a********* ist!! warum tut man sowas?? das ist doch keine kunst mehr! vielleicht hat er ja wirklich seine eigenen, für mich unverständlichen gründe dafür gehabt, aber die sind sicher noch lange nicht ausreichend, um ein tier so qualvoll verhungern zu lassen!

fast genauso schlimm und unverständlich find ich es, dass keiner der besucher und zuschauer etwas dagegen gesagt oder unternommen hat. Haben sie denn auch kein herz? vielleicht hatten sie Mitleid, doch das hilft dem Hund halt auch nicht.

Und auch wie Sarah schon sagt, hat jedes Lebewesen, egal ob Mensch oder Tier, ein recht zu leben.
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geschrieben von Iris, Juni 16, 2008
Wenn "Tod" Kunst ist,ist Kunst "tot" -
Vargas darf nicht Künstler genannt werden, dies wäre sonst eine Kränkung und Schande für all jene, die tatsächlich Kreatives und Schönes schaffen. Er muss von allen Ausstellungen ausgeschlossen werden, er verdient keine Beachtung, sondern Verachtung - daran sollten wir arbeiten. Keiner sollte ihn mehr durch Kauf seines Schunds unterstützen. Seine Motive sind niedrig und abstoßend - durch das Leid einer hilflosen Kreatur zieht er Aufmerksamkeit und Beachtung auf sich. Dies müssen wir unterbinden. Er steht exemplarisch für einen von Vielen, die sich auf bestialische Weise, eine geschundene Kreatur ausbeutend, bereichern. [Anm. der Redaktion: Kommentar gekürzt]
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geschrieben von Marina Boehm, Juni 22, 2008
Ich habe leider erst letzte Woche von dem Fall erfahren aus der Costa Blanca Zeitung. Habe diesen Bericht aber mit nach Deutschland genommen und bereits diverse Mails an Funk und Fernsehen geschickt. Dieses Monster darf keinen einzigen Hund mehr töten! Mein Mann und ich werden alles mögliche unternehmen, damit dieses perverses menschliche Wesen (Schwein wäre eine Beleidigung für diese Tiere) keine einzige Möglichkeit mehr hat, weiter seine "Kunst" zu präsentieren.
Marina
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geschrieben von morticia173, Juli 08, 2008
Wenn dieses "MONSTER" von "Mensch" gerne sooo provokant sein möchte, könnte diese "feige Kreatur" sich doch eigentlich selber als "Kunstobjekt" zur Verfügung stellen (gleiches Szenario natürlich)und ich denke 1.000de Leute würden gerne kommen und sich sein Leiden ansehen wenn auch ER ("Künstler" genannt) krepiert!!! Da könnte er ja wieder in die Schlagzeiten kommen und das Problem mit der Person hätte sich auch erledigt!!
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geschrieben von wok, Juli 11, 2008
Kleiner Kommentar zum Beitrag von morticia173. Ich bin ja nun wirklich kein Sympathisant dieser "Kunst"-Aktion. Aber solche Kommentare wie "und das Problem mit der Person hätte sich auch erledigt" klingen auch nicht allzu sympathisch.

(Fast) keiner gibt Straßenhunden dort Nahrung, oftmals leider nicht mal den hungernden Menschen. Kaum einer bekämpft die grundlegenden Probleme oder nimmt sie wahr, wenn sie nicht plakativ und grausam wie in diesem Einzelfall zur Schau gestellt werden. Wer den Zynismus, den Vargas dort selbstgefällig anpreist, bekämpfen will, sollte mithelfen das Bewußtsein der Menschen ohne solche grausamen und tierverachtenden Kunstaktionen zu ändern. Hetze ist meines Erachtens fehl am Platz, auch wenn die Wut verständlich ist.
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geschrieben von attila, September 02, 2008
nein das ist und hat nichts mehr mit Kunst zu tun

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geschrieben von stef, November 19, 2009
Hallo,
Ich finde es schon krass aber es geht hier nicht mehr um Kunst sondern um das verhalten der Leute die die Ausstellung gesehen haben Der Hund tut mir schon leid doch er hätte ja nicht sterben müssen wenn ihn jemand gefüttert hätte. Aber leider ist unsere Gesellschaft schon so weit das man immer weggschaut und dann den fehler bei denn anderen sucht.. anstatt zu handeln
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geschrieben von stef, November 19, 2009
Er wäre nicht gestorben wenn ihn jemand gefüttert hätte! aber alle haben weggeschaut bis er tot war. wegschauen und sich nachher darüber aufregen ist immer leichter..
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