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Hunde, seht euch vor. Die Zeit ist nun endgültig vorbei, in der nur Schwerverbrecher und überprüfungswürdige Kindesväter zum DNA-Test gebeten wurden. Denn wenn man sonst nix zu tun hat, kann man für solche Tests immer neue Geschäftsmodelle erfinden.
Jetzt ist dieser Zukunftsmarkt auch beim Hund angekommen. Man glaubt ja gar nicht, was es über Hundekacke so alles zu berichten gibt.
OK, wir hatten schon festgestellt (und heftig darüber diskutiert), dass Hundekot auch auf dem platten Land auf Feld und Wiese zu Problemen führen kann. Auch städtische Behörden in Berlin oder Wuppertal entwickeln immer neue Strategien, um potentielle Häufchen-nicht-Wegräumer zur Rechenschaft zu ziehen. Doch nun kommt die Technik ins Spiel.
Was vor einem halben Jahr noch als skuriler Feldversuch erstmals publik wurde, scheint jetzt zum regulären Einsatz zu kommen. In der israelischen Stadt Petah Tikva schickt eine Tierärztin die Hunde zum DNA-Test. Dafür geschulte Angestellte der örtlichen Behörden sammeln dann regelmäßig kleine Proben von liegengelassenen Hundehaufen ein und vergleichen sie mit der DNA in der Hunde-Datenbank. Die israelische Tierärztin Tika Bar-On hatte die Idee zu dem Test, weil die Stadt inklusive der Parks zunehmend von Hundekot verunstaltet wurde. Umgerechnet 130 Euro kostet der Spaß, wenn man das Wegräumen "vergessen" hat und die Datenbank den Hunde-Besitzer findet.
Jetzt muss man nicht unbedingt ein Freund von "George Orwell" Verfolgungstechniken sein. Aber von der Grundidee ist das natürlich nachvollziehbar. Das Motto "die anderen machen es ja auch nicht weg" zieht bald nicht mehr, weil sich der Geldbeutel leert und man auch im nachhinein den Verursacher noch herausfinden kann. Nach und nach werden "Sünder" so zu Ausnahmen.
Aber man kann natürlich ernsthaft fragen, ob der Aufwand, Leute zum Probensammeln zu schicken und diese dann im Labor auswerten zu lassen nicht mindestens genauso hoch ist, als wenn man häufiger "In flagranti"-Kontrollen im Park machen würde oder Tütenspender-Automaten aufstellt. Das Geld bekommt stattdessen das Labor oder nicht ausgelastete Tierarzt-Helferinnen. Obwohl bei Regen oder im prallen Sonnenschein die DNA-Zuordnung nach kurzer Zeit offensichtlich schon schwierig wird.
Aber wir wären nicht in Deutschland, wenn diese neuen Methoden nicht bald auch hier einige Stadträte entzücken würden, wetten?
(Blog-Hund: wok)
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