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China und seine Hunde - bisher meist die traurige Geschichte vom Straßenhund bis zur Ware als Lieferant von Fell oder Nahrung. Doch es gibt ja inzwischen sehr unterschiedliche Lebenswelten und Lebensarten in China. Dazu gehören auch die modernen, engen, hochtechnisierten Millionenstädte, wo vermehrt ein ganz anderer Umgang mit Hunden geführt wird. Statt Kochtopf nun Couch-Potato - manchmal mit ganz eigenen Skurilitäten.
Einige Beispiele beschreibt ein Artikel auf Spiegel online , der Extreme von Tierliebe bei einer zunehmenden Zahl von Chinesen wie auch das etwas trostlose Hundeleben in den Metropolen zeigt. So zum Beispiel die wenigen parkähnlichen Ecken, wo sich Besitzer von größeren Hunden hintrauen, um mit Ihrem Vierbeiner Gassi zu gehen. Denn Hunde über 35 Zentimeter Höhe sind eigentlich offiziell verboten. Analog zur Einkind-Ehe gilt übrigens auch - pro Haushalt nur ein Hund. Das ist nun wirklich nicht so dramatisch. Aber man kriegt insgesamt das Gefühl, dass es manchmal auch kein großer Spaß ist, in China Hund zu sein, selbst wenn man nicht im Kochtopf landet.
"Hundeordnungsregeln", nach denen Waldi auf umzäunten quadratmetergroßen Grasflecken sein Geschäft verrichten muss. Der Hund als Familienersatz bis zum Grab, ein Hundeleben meist ohne ausreichende Bewegung, Beschäftigung, Platz und Grünzeug zum Schnüffeln, bis hin zu Upper Class Auswüchsen mit Hundekleidchen und Hundeschühchen. Der Direktor einer Ladenkette für Tierbedarf erklärt, für Ihn habe die zunehmende Liebe zum Hund in China mit der "Ein-Kind-Politik zu tun. Für viele, sagt er, sei einfach der Hund das
zweite Kind. Das Geschäft mit Leckerchen laufe bei ihm noch besser als
das mit Hundefutter."
Tja, man liest das und findet die einzelnen Beispiele doch ziemlich skuril und "na ja, die Chinesen". Aber natürlich muss man nur die Stadtkulisse austauschen und die Sprache etwas anpassen, schon kommt einem das Ganze nicht mehr so exotisch vor. Die Metropolen in Asien mit Ihrem rasantem Tempo bei der sozialen Entwicklung sind vielleicht extremer. New York oder London kann da aber bestimmt locker mithalten.
Was westlichen Metropolen-Waldis das Leben nur deutlich erleichtert, ist, dass man hier Bäume und Parks meist nicht mit der Lupe suchen muss und dass es bei uns keine staatlich vorgeschriebene Ein-Kind Politik gibt. Alles andere in dem Artikel über China kommt einem so oder so ähnlich bekannt vor.
Menschen, die in Deutschland professionell Hundebetreuung anbieten, wissen zum Beispiel zu berichten, dass immer mehr Anfragen kommen, kleine Welpen ganztags zu betreuen. Nicht ab und zu.
Der Welpe soll frisch gekauft werden und dann sofort Montag bis Freitag ganztags betreut und am besten noch gut erzogen zu werden. Man hat ja, wegen Doppelverdiener, nur Zeit, um mit dem Hund abends zu Kuscheln und am Wochenende bei gutem Wetter Spaziergänge zu machen. Macht man ja mit Kindern auch, muss ja irgendwie, geht nicht anders. Das klappt zumindest beim Hund, der kaum an Herrchen / Frauchen gewöhnt ist, nur selten. Er wird irgendwann wahrscheinlich beim Hundesitter bleiben wollen, da ist der tägliche Spaß und das Vertrauen. Ein seltsames Leben, oder? Nicht nur in China.
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