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Rumänien und die Massentötung von Straßenhunden
Samstag, 8. Mai 2010

Ein umstrittener Gesetzentwurf zum Umgang mit Straßenhunden beschäftigt die rumänische Öffentlichkeit. Tierschützer sprechen nach Aussage der deutschen Tierschutzorganisation "Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V." (bmt) von einer neuen Dimension der Gewalt, mit der Politiker das Straßenhundeproblem in den Griff bekommen wollten.  

Aus dem Umfeld rumänischer Parlamentsabgeordneter wird den Berichten zufolge kolportiert, dass eine großflächige Tötung der Straßenhunde im ganzen Land vorgesehen sei. Das Füttern herrenloser Tiere soll demnach verboten werden und aufgegriffenen Hunden drohe bereits nach sieben Tagen der Tod. Beginnen soll die geplante Fang- und Tötungsaktion in der Hauptstadt Bukarest, in der nach Schätzungen fast 40.000 herrenlose Hunde leben. Danach werde die Maßnahme auf das gesamte Land ausgeweitet.

Wie Carmen Arsene von der Nationalen Tierschutzvereinigung Rumäniens mitteilt, seien alle Hunde betroffen, junge, alte, gesunde, kranke, verletzte, aggressive oder sanfte. Ebenso vielfältig wären die Tötungsmethoden. Carmen Arsene erinnert an grausame Aktionen aus naher Vergangenheit: „Die Behörden haben das Erschlagen, Vergiften, Strangulieren und Erschießen der Tiere zugelassen und einkalkuliert, dass die gefangenen Hunde in den Tötungsstationen jämmerlich an Hunger, Beißereien und Verletzungen verendet sind“, so die gebürtige Rumänin. Es sei bekannt, dass einige Städte Kopfprämien von 25 Euro pro getötetem und „als Müll“ entsorgtem Hund zahlen würden.

Vor zwei Jahren hat der Senat in Rumänien einen Gesetzentwurf angenommen, der das Töten der Straßenhunde verbot und die Kastration als Mittel der Wahl zur Populationsreduzierung vorschrieb. „Dieser Entwurf Nr.912 wird bis heute vom Komitee für öffentliche Verwaltung und ökologisches Gleichgewicht der Abgeordnetenkammer blockiert“, erklärt Carmen Arsene. In dieses Vakuum habe der Präfekt von Bukarest den neuen Gesetzentwurf vorgelegt, der anders als der bisherige Entwurf die Vernichtung der im Land lebenden Straßenhunde fordere und Massentötungen legalisiere.

Dass die Bevölkerung ein schärferes Vorgehen gegen Straßenhunde ablehnt, zeigt laut Arsene eine Meinungsforschung der eResearch Corp. Das Ergebnis belege, dass 70 Prozent der befragten rumänischen Bürger gegen die Euthanasie der Hunde sind und sich für die Kastration als beste Lösung aussprechen. 74 Prozent lehnen die geplante Änderung ab, nach der sogar jene Menschen bestraft werden sollen, die in der Nähe ihrer Wohnung Straßenhunde füttern, damit sie nicht verhungern. Erstaunlicherweise würden die Zeitungen nicht über diese aktuelle Umfrage berichten, obwohl sie ihnen vorliege. „Sie drucken weiter tendenziöse Artikel über die Gefahr von Straßenhunden“, hat Carmen Arsene beobachtet.

Rumänische Tierschützer setzen auf massiven internationalen Protest, der die Abgeordneten von der Effizienz des Konzeptes „Kastration und Wiederauswilderung“ überzeugen könnte als der einzigen humanen Lösung zur Reduzierung der Straßenhundpopulation. Infos und Protestmöglichkeiten finden sich für Interessierte aus Deutschland unter www.bmt-auslandstierschutz.de bzw. bei  Tasso e.V.

Die deutschen Tierschutzorganisationen bmt, TASSO und der Europäische Tier- und Naturschutz (ETN) protestieren bei den rumänischen Verantwortlichen und wollen prüfen, ob die vorgesehene Massentötung von Hunden gegen europäisches Recht verstößt.
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