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In Potsdam-Babelsberg wurde ein mutmaßlicher betrügerischer Hundehändler festgenommen. Der Mann steht im Verdacht, in mindestens 15 Fällen ungeimpfte und importierte Hundewelpen aus Osteuropa als angebliche Hunde aus deutscher Zucht verkauft zu haben.
Gegenüber Kaufinteressenten gab er zuvor an, dass es sich um
geimpfte Welpen aus deutscher Zucht handeln würde, und übergab beim
Verkauf gefälschte holländische Impfdokumente. Die Hundewelpen stammten aus Polen und waren ungeimpft, so dass sie
regelmäßig an der Welpenkrankheit Parvovirose erkrankten, sofern sie
nicht durch die Käufer ihrerseits kurzfristig Tierärzten vorgestellt
wurden.
Viele Tiere starben, manche konnten gerettet werden. Allerdings fielen
dabei hohe Tierarztkosten an, während bei ordnungsgemäßer Impfung die
Krankheit nicht ausgebrochen wäre. Gehandelt wurden vor allem Welpen der Rassen American Stafford,
Labrador, Prager Rattler, Bulldoge, Shi Tsu, Stafford Terrier und
Pitbull.
Diese Tiere sollen nach Angaben der Polizei in Polen beschafft bzw. gekauft und
anschließend illegal über die Grenze gebracht worden sein. Die Hunde seien durch die gefälschten Papiere mit durchschnittliche
Verkaufserlösen von 400 bis 600 Euro pro Tier- bei Einkaufspreisen von
ca. 30 Euro pro Hund vermittelt worden.
Abnehmer der Tiere lassen sich nach Polzeiangaben in den Bundesländern Berlin, Bayern,
Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen und sowie in
der Schweiz feststellen.
Illegaler Welpenhandel ist kein Einzelfall
Leider handelt es sich bei der vorliegenden Straftat um ein
bundesweit wiederkehrendes Phänomen. Nach wie vor boomt das Geschäft mit
Hundewelpen aus Osteuropa. Daher warnt das Veterinär- und
Lebensmittelüberwachungsamt Potsdam dringend vor dem Kauf von
Hundewelpen bei unseriösen Anbietern, die aus angeblichen Hobbyzuchten
stammen und im Internet oder über Kleinanzeigen angeboten werden.
Viele dieser Hundewelpen wurden unter tierschutzwidrigen Bedingungen in
Massenzuchten aufgezogen, tagelang transportiert und zuletzt nicht mehr
gefüttert. Dieser Stress sowie fehlende Gesundheitsfürsorge während der
Aufzucht führen zum Ausbruch von gefährlichen Infektionskrankheiten.
Die Welpen erkranken bzw. sterben unter diesen tierunwürdigen
Bedingungen oft binnen kurzer Zeit beim neuen Besitzer an Staupe oder
Parvovirose.
Auch durch das Potsdamer Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
wurden etliche Tierschutzanzeigen gegen den nun festgenommenen
Hundehändler entgegengenommen, in denen sich über derartige
Krankheits- und Todesfälle bei Hundewelpen beklagt wurde. Darüber hinaus übertragen nicht entwurmte Welpen Parasiten wie Spul-
und Hakenwürmer, die besonders Kinder und immundefiziente Personen
schädigen können.
Leider bieten dubiose Hundehändler die Welpen oft in einem Alter von
jünger als 8 Wochen an, da sie dann besonders niedlich aussehen bzw.
bei den potentiellen Käufern Schutzinstinkte auslösen. Hundewelpen
dürfen aber erst in einem Alter von über 8 Wochen vom Muttertier
getrennt werden - dies ist klar in der Tierschutz-Hundeverordnung
geregelt. Die in den ersten Lebenswochen stattfindende Sozialisierung
der Welpen ist entscheidend für das gesamte Leben des Hundes.
Probleme in der Sozialisierungsphase verursachen beim Hund
Verhaltensstörungen wie Überängstlichkeit, Unsicherheit gegenüber
Alltagsgeschehen, Instabilität in ungewöhnlichen Situationen und Angst
bedingtes Beißen. Bei dubiösen Hundezüchtern verbringen die Hundewelpen
ihre ersten Lebenswochen oft in einer menschenfernen, kargen Umgebung.
Hier fehlt es an Kontakten zu Menschen und Umweltreizen, die die Welpen
fit für das Leben machen. Was während der Sozialisierung falsch läuft,
kann später meist nicht mehr ausgeglichen werden.
Deshalb rät das Veterinäramt bei einem Hundekauf:
Kaufen Sie keinen Hund über das Internet, auf dem Wochenmarkt, „an der
Haustür" oder „auf dem Parkplatz". Der Begriff Hobbyzucht ist nicht
aussagekräftig. Seriöse Züchter liefern keine billigen Hunde auf
Bestellung am nächsten Tag. Kaufen Sie bitte auch niemals aus Mitleid!
Damit wird der unseriöse Hundehandel nur angekurbelt.
Ein vertrauenswürdiger Züchter gewährt Ihnen Einblick in die Haltung,
Pflege und Unterbringung der Tiere. Die Elterntiere sind gesund und Sie
können zumindest das Muttertier kennen lernen. Hier haben die Welpen
Anschluss an die Züchterfamilie und werden mit Menschen, Artgenossen
und Umwelt sozialisiert. Besuchen Sie den Wurf deshalb schon währen der
Aufzuchtsphase und informieren Sie sich kritisch und umfassend! Achten
Sie auf einen guten Ernährungszustand, Allgemeinzustand, eine saubere
und vertrauenswürdige Haltungsumgebung sowie eine einwandfreie
Gesundheitsfürsorge.
Ein vermeintlich preiswerter Hundewelpe kann, wenn er krank ist, eine
intensive tierärztliche Betreuung und damit hohe Kosten verursachen!
Lassen Sie sich bei Bedarf unbedingt von einem Sachkundigem begleiten!
Und seien Sie besonders kritisch beim Kauf solcher Rassen, die oft in
der Werbung erscheinen. Haben Sie Fragen, sprechen Sie die örtlichen Tierärzte, Tierschutzorganisationen und seriöse Zuchtverbände an!
Bitte beachten Sie auch, dass Hunderassen wie Pitbulls, American
Staffordshire Terrier, Bullterrier und Tosa Inus als gefährliche Hunde
gelten und in Deutschland einem absoluten Zuchtverbot unterliegen. Sie
dürfen ohne Genehmigung der örtlichen Ordnungsbehörde nicht gehalten
werden. Auch das Halten von Hunden anderer potentiell gefährlicher
Rassen wie z.B. Dobermann und Rottweiler bedarf unter anderem im
Bundesland Brandenburg einer besonderen Genehmigung der örtlichen
Ordnungsbehörde. Auch kopierte Ruten sind bis auf wenige Ausnahmen
nicht erlaubt.
( wok / LKA Brandenburg / Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Potsdam)
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